14.12.2011

Steuerzahlerbund: Ex-Senator Braun soll auf 50.000 Euro verzichten

Nach dem Senatorengesetz steht Braun ein Übergangsgeld von sechs Monaten zu.
Nach dem Senatorengesetz steht Braun ein Übergangsgeld von sechs Monaten zu.
Foto: dapd
Berlin –  

Der Berliner Steuerzahlerbund hat seine Forderung bekräftigt, dass Ex-Justizsenator Michael Braun (CDU) nach nicht mal zwei Wochen im Amt auf sein Übergangsgeld verzichten soll. Berliner Grüne sprechen sich für eine Änderung des Senatorengesetzes aus.

„Herr Braun sollte das Geld nicht annehmen“, sagte der Vorsitzende des Berliner Bundes, Alexander Kraus, am Mittwoch. Braun sei nicht von existenzieller Not betroffen, er habe noch sein Abgeordnetenhausmandat und sei Notar. Es könne nicht sein, dass der Steuerzahler mit völlig unangemessenen Kosten belastet werde. „Das geht so gar nicht“, sagte Kraus.

Braun hatte am Montag um seine Entlassung gebeten. Seit seinem Amtsantritt war der 55-Jährige mit Vorwürfen konfrontiert, er sei als Notar in dubiose Immobiliengeschäfte verwickelt gewesen. Braun war am Mittwoch nicht zu erreichen. In seiner Kanzlei hieß es, er werde in der nächsten Zeit nicht im Büro erwartet.

Nach dem Senatorengesetz steht Braun ein Übergangsgeld von sechs Monaten zu. Im ersten Vierteljahr ist es das volle Senatorengehalt von etwa 11.000 Euro, plus Orts- sowie Familienzuschlag. Danach gibt es für drei Monate das halbe Gehalt. Nach dpa-Informationen sind das mindestens 50.000 Euro.

Der Justiz- und Verbraucherschutzsenator hätte nach Ansicht von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nicht länger hinauszögern dürfen. „Ich glaube, dass es der richtige Zeitpunkt war. Länger hätte diese Geschichte nicht dauern dürfen, weil sonst nicht nur das Amt beschädigt worden wäre, sondern insgesamt die Koalition Schaden genommen hätte“, sagte Wowereit in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Berliner Grüne für Änderung des Senatorengesetzes

Die Berliner Grünen-Fraktion strebt als Konsequenz aus dem Rückzug von Michael Braun (CDU) als Justiz- und Verbraucherschutzsenator eine Änderung des Senatorengesetzes an. „Bisher steht dort keine Mindestamtszeit drin, nach der ein Senator Anspruch auf ein Übergangsgeld hat“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Ramona Pop am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. „Es kann nicht sein, dass jemand nach elf oder zwölf Amtstagen sechs Monate lang Übergangsbezüge aus Steuergeldern erhält“, betonte Pop.

Hintergrund ist, dass Braun am Montag nicht zurückgetreten war, sondern den Regierenden Bürgermeister um seine Entlassung gebeten hat. Nach dem Senatorengesetz erhält ein Senator Übergangsgeld, wenn er um seine Entlassung bittet und nicht zurücktritt. Dieses wird mindestens sechs Monate, längstens zwei Jahre gezahlt.

Pop schlug vor, eine Mindestdauer der Amtszeit von 100 Tagen in das Gesetz einzufügen. „Das ist die übliche Einarbeitungszeit für ein politisches Amt, in der man sich bewähren soll“, sagte die Fraktionschefin. Die Grünen prüften das jetzt und würden im kommenden Jahr eine entsprechende Gesetzesänderung einbringen. (dpa)

Anzeige
Berliner Zeitung präsentiert:
Anzeige
Anzeige
BER-Dossier
Ein Flugzeug fliegt in Schönefeld über die A113.

Der neue Flughafen Berlin Brandenburg (BER) soll bis zu 40.000 Arbeitsplätze schaffen. Doch die Eröffnung im Juni ist geplatzt, die neuen Flugrouten sind umstritten. In unserem Dossier erfahren Sie alles über den Stand der Umzugsarbeiten und die Konsequenzen für die Hauptstadtregion. mehr...

Neueste Bildergalerien Berlin
Sonderthema

Die 4. Ausgabe zeigt wieder Trends und Aktuelles aus der Autowelt. Unter anderem auch:

IM ÜBERBLICK: die neuen Modelle
IM TEST: der SLK mit Dieselmotor
IM GESPRÄCH: ein Beifahrer

Alles lesen...

Serie
Auf zwei Rädern durch Berlin. Heute werden Tag für Tag im Durchschnitt rund 1,5 Millionen Wege in Berlin mit Pedalkraft zuückgelegt.

Junge und Alte tun es, Frauen und Männer auch: Sie radeln. Berlin ist im Zweirad-Fieber. In unserer neuen Serie beschäftigen wir uns mit der Fahrradmetropole Berlin. mehr...

Umfrage: Hält Hertha BSC die Bundesliga?

Kann Hertha BSC Berlin nach der Niederlage im ersten Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf den Klassenerhalt doch noch schaffen?

23% Es wird schwierig, aber Hertha schafft es.
28% Ohne Lasogga hat Hertha keine Chance.
18% Fortuna Düsseldorf ist zu stark.
31% Mir ist das egal.
Galerie
Sonderveröffentlichungen & Beilagen
Serie zur Gentrifizierung
Interaktiv
Kolumne

Täglich erzählen unsere Lokalreporter Anekdoten aus dem Nachtleben in der Hauptstadt. mehr...

Anzeige
Anzeige
Meistgeklickte Artikel
Thilo Sarrazin diskutierte bei Günther Jauch mit Peer Steinbrück.
"Europa braucht den Euro nicht" 
Platzsturm beim Relegationsspiel Hertha gegen Düsseldorf.
DFB-Gericht: Hertha BSC vs. Fortuna Düsseldorf 
Ferienhäuser an der Mecklenburgischen Seenplatte

Genießen Sie Ihren Urlaub im Land der tausend Seen. Mit BestFewo finden Sie das passend Ferienhaus für Ihre Reise.

Facebook
Berliner-Zeitung.de auf Facebook
Twitter
Anzeige
Galerie
Liveticker
26 Staus mit einer Gesamtlänge von 70km
Kinoprogramm
Alle Neustarts diese Woche: Alle Filme von heute: Alle Kinos:
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen
Webtipps
Autohändler in Berlin
Finden Sie Autohändler in Berlin und Umgebung bei AutoScout24