E_Paper_BZ
Nachrichten aus Berlin und der ganzen Welt

Streit im U-Bahnhof Hermannplatz: Flüchtlinge erheben Vorwürfe gegen BVG

Das Flüchtlingscamp auf dem Oranienplatz.

Das Flüchtlingscamp auf dem Oranienplatz.

Foto:

dpa

Nach einem heftigen Streit mit Polizisten und BVG-Kontrolleuren haben betroffene Flüchtlinge vom Berliner Oranienplatz schwere Vorwürfe erhoben. Polizei und BVG-Mitarbeiter hätten bei dem Vorfall im U-Bahnhof Hermannplatz in Neukölln unangemessen und teils aus fremdenfeindlichen Motiven gehandelt, hieß es in einem Schreiben eines Unterstützers vom Samstag. Ein Sprecher der Polizei sagte am Sonntag auf Anfrage, der Polizei liege bislang keine Anzeige zu den geschilderten Fällen vor. Man habe erst aus den Medien von den Anschuldigungen erfahren.

Mehrere Medien hatten am Freitag berichtet, die Kontrolleure hätten versucht, die ganze Gruppe aus dem Zug zu ziehen, da sie keine gültigen Fahrscheine gehabt hätten. Der Unterstützer der Flüchtlinge erklärte jedoch, lediglich einer der Flüchtlinge habe kein gültiges Ticket gehabt. Nach Polizeiangaben seien BVG-Angestellte geschlagen und gebissen worden.

Die Betroffenen werfen den Kontrolleuren zudem vor, ihr Anliegen, pünktlich zu einem Treffen mit Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) zu kommen, ignoriert zu haben. Sie verwiesen auch auf ein Video im Internet, in dem ein größeres Polizeiaufgebot auf dem Bahnsteig zu sehen ist. Ein Mensch liegt von Beamten umringt am Boden, ein anderer wird fortgetragen. Das Video, das der Polizei vorliege, zeige keinerlei Verfehlungen der Kollegen, sagte der Sprecher der Behörde. (dpa)