Warnstreik in Schönefeld: Mitarbeiter des Flughafen-Bodendienstleisters GlobeGround fordern vier Prozent mehr Lohn. Foto: dpa
Warnstreik in Schönefeld: Mitarbeiter des Flughafen-Bodendienstleisters GlobeGround fordern vier Prozent mehr Lohn. Foto: dpa
Berlin –
Fast ohne Vorwarnzeit rief die Gewerkschaft Verdi am Freitag zu Warnstreiks auf. Erst am Morgen am Berliner Flughafen Tegel, dann am Abend in Schönefeld. Das attackierte Unternehmen Globeground hält den Doppelschlag für unangemessen.
Die SMS wurde am Freitag um 5.45 Uhr versandt, von einem Computer der Gewerkschaft Verdi in Mitte. Der Text war knapp, aber unmissverständlich. „Heute, 2.3.12, 6.00–9.30 Uhr Warnstreik, nur Beschäftigte am Standort Tegel“, lasen die Beschäftigten der Globe Ground Berlin (GGB), die im Verteiler standen. Und so kam es auch: Pünktlich zur Betriebsaufnahme am Morgen legten viele Mitarbeiter des Flughafen-Dienstleisters in Tegel die Arbeit nieder.
Rund 30 Flüge fielen aus, es gab Verspätungen von bis zu anderthalb Stunden. Von 18.30 bis 22 Uhr war dann der Flughafen Schönefeld an der Reihe. Auch dort störte ein Warnstreik den Betrieb, 14 Flüge wurden gestrichen. „Jetzt sind erst mal keine weiteren Aktionen konkret geplant“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jens Gröger. Anfang nächster Woche werde darüber jedoch neu entschieden.
Nach dem Streik am Frankfurter Flughafen legt nun das Bodenpersonal in Berlin die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft ver.di hat die etwa 1.500 Beschäftigten des Bodendienstleisters GlobeGround für die Zeit von 6.00 bis 9.30 Uhr zu einem Warnstreik aufgerufen. Damit solle der Druck auf den Arbeitgeber erhöht werden, sagte Streikleiter Jens Gröger.
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Nach dem Streik am Frankfurter Flughafen legt nun das Bodenpersonal in Berlin die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft ver.di hat die etwa 1.500 Beschäftigten des Bodendienstleisters GlobeGround für die Zeit von 6.00 bis 9.30 Uhr zu einem Warnstreik aufgerufen. Damit solle der Druck auf den Arbeitgeber erhöht werden, sagte Streikleiter Jens Gröger.
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Nach dem Streik am Frankfurter Flughafen legt nun das Bodenpersonal in Berlin die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft ver.di hat die etwa 1.500 Beschäftigten des Bodendienstleisters GlobeGround für die Zeit von 6.00 bis 9.30 Uhr zu einem Warnstreik aufgerufen. Damit solle der Druck auf den Arbeitgeber erhöht werden, sagte Streikleiter Jens Gröger.
„Es ist uns gelungen, Druck zu machen“, sagte Gröger. In Tegel war die Beteiligung anfangs „etwas schleppend“. Doch gegen neun Uhr konnte er melden: „Wir stehen hier mit rund 250 Kollegen in der Halle.“ Auf dem wichtigsten Berliner Flughafen sind normalerweise rund 300 GGB-Mitarbeiter zur Frühschicht eingeteilt. Bordkarten wurden nicht ausgegeben. In Maschinen, die gelandet waren, blieb das Gepäck liegen. Starts waren unmöglich, weil niemand die Fahrzeuge bewegte, mit deren Hilfe die Flugzeuge rückwärts aus der Parkposition geschoben werden. Das Fundbüro blieb zu.
Streikbrecher mussten ausharren
„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte ein Flughafensprecher. Es habe „kein großes Chaos“ gegeben, pflichtete GGB-Chef Bernhard Alvensleben bei. „Doch das war gar nicht unser Ziel“, entgegnete Gröger. „Wir wollten nicht die Fluggäste treffen, sondern den Arbeitgeber.“ Warum wurde am Freitag gestreikt? „Dann sind viele Geschäftsreisende unterwegs, anders als am Wochenende. Wir wollten sie darauf aufmerksam machen, dass es auch an diesem Flughafen zahlreiche Billigverdiener gibt.“
Mitarbeiter des Bodendienstleisters GlobeGround im Streik. Foto: dapd
Mitarbeiter des Bodendienstleisters GlobeGround im Streik. Foto: dapd
Das Einstiegsgehalt bei den Vorfeldmitarbeitern liegt bei 1 449 Euro im Monat. Ältere verdienen bis zu 2 300 Euro. Wer künftig bei Globe Ground anfängt, soll zu Beginn zwar 1 500 Euro bekommen – später aber nur maximal 1 850 Euro. Zudem will das Unternehmen für Sonntagsarbeit keinen Ausgleich mehr gewähren. Es fordert „Splitdienste“, bei denen die Mitarbeiter zweimal pro Tag zur Arbeit kommen müssen. Der Urlaub soll kürzer, die Arbeitszeit für viele länger werden. „Unannehmbar“, so die Gewerkschaft. Sie fordert vier Prozent mehr Lohn.
Verdi hatte am Montag angekündigt, dass der Tarifstreit zu eskalieren droht – ohne schon Termine zu nennen. Daraufhin begann die Wisag, Mitarbeiter von anderen Standorten nach Berlin zu holen – als Streikbrecher. Um die Hotelkosten möglichst hoch werden zu lassen, „haben wir den Arbeitgeber zappeln lassen und mit dem Warnstreik noch ein paar Tage gewartet“, hieß es. „Wir stehen für Verhandlungen zur Verfügung“, sagte der GGB-Chef. Gröger wartet nun auf ein neues Angebot: „Herr Alvensleben weiß, wie er mich erreichen kann.“
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