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Berliner Zeitung | Tempelhofer Feld: Wowereit bleibt bei Millionen-Projekt Landesbibliothek
30. March 2014
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Tempelhofer Feld: Wowereit bleibt bei Millionen-Projekt Landesbibliothek

Neue Landesbibliothek auf dem Tempelhofer Feld.

Neue Landesbibliothek auf dem Tempelhofer Feld.

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dpa

Trotz womöglich hoher Kostensteigerungen hält Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit an einem Neubau für die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) auf dem Tempelhofer Feld fest. „Das ist ein sinnvoller Standort, Alternativen wären nicht preiswerter“, sagte der SPD-Politiker der Nachrichtenagentur dpa. „Wir haben als Nutzer ja selbst kein Interesse daran, hier steigende Kosten zu produzieren“, erklärte Wowereit.

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hatte kürzlich angekündigt, dass der bisher auf 270 Millionen veranschlagte Bau um bis zu 30 Prozent teurer werden könnte - das wären dann 350 Millionen Euro. Wowereit betonte, dabei handele es sich lediglich um die übliche Kostensteigerung wie bei jedem länger laufenden Projekt. „Das ist nichts ungewöhnliches im Baubereich. Aber Summen von 400 Millionen und mehr sind völlig aus der Luft gegriffen.“

Forderungen der Grünen, nochmals alternative Standort zu prüfen, wies der SPD-Politiker zurück. „Das Tempelhofer Feld ist verkehrlich gut angebunden“, sagte Wowereit. Die Bibliothek sei eine Schlüsselinvestition in den Wissensstandort, der dort entstehen solle. Gegen die Bebauung des früheren Flughafengeländes läuft allerdings ein Volksbegehren, über das die Berliner parallel zur Europawahl am 25. Mai abstimmen sollen.

Wowereit betonte, die Nutzung der früheren Flughafenhallen oder ein Ausbau der bisherigen Amerika-Gedenkbibliothek seien bereits geprüft und verworfen worden. „Das wäre auch mit hohen Kosten verbunden. Außerdem ist dort ein Bibliotheksbau, wie er nach modernen Gesichtspunkten nötig ist, nur schwer zu realisieren.“

Die Landesbibliothek ist bisher auf drei Standorte verteilt. Der Neubau auf dem Tempelhofer Feld ist das teuerste und ambitionierteste Berliner Bauprojekt dieser Legislaturperiode. Bei einem Architekten-Wettbewerb kürte die Jury zwei Entwürfe als Gewinner. Für die endgültige Entscheidung werden sie derzeit noch überarbeitet.