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Terrorgefahr in Berlin: Foto zeigt Anführer der mutmaßlichen Islamisten

Dieses Foto eines 34-jährigen Algeriers hat die Polizei Berlin veröffentlicht. Der soll der Kopf einer islamistischen Terrorzelle sein.

Dieses Foto eines 34-jährigen Algeriers hat die Polizei Berlin veröffentlicht. Der soll der Kopf einer islamistischen Terrorzelle sein.

Foto:

Polizei Berlin

Einen Tag nach der Razzia gegen eine mutmaßliche islamistische Terrorzelle in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hat die Polizei am Freitag ein Foto veröffentlicht. Das Bild zeigt einen der Terrorverdächtigen während der militärischen Ausbildung in Syrien. Dieses und weitere Fotos waren während der Razzia in einer Wohnung sichergestellt worden. „Sie sind ein Grund, warum wir den Hinweis besonders ernst genommen haben“, sagte ein Polizeisprecher am Freitag in Berlin. Nach Medienberichten posiert einer der Männer auf einem der Bilder in Kampfmontur neben Leichen. Zudem gebe es ein Foto, das ihn beim Essen mit einer Person aus dem Umfeld der Attentäter zeige, die für die Pariser Terrorserie im November verantwortlich sein sollen. Er soll in Kontakt zum IS-Planungschef für Terroranschläge im Ausland stehen und mit ihm zusammen fotografiert worden sein.

450 Polizisten im Einsatz

Die mutmaßliche Terrorzelle war am Donnerstagmorgen bei einer Razzia von mehr als 450 Polizisten zerschlagen worden. Der Terrorzelle sollen vier Männer aus Algerien angehören.

Ein 49 Jahre alter Mann wurde in einer Wohnung in der Waldemarstraße in Kreuzberg verhaftet. Ein 37-Jähriger, der als Haupttäter gilt, wurde in einer Sporthalle in Allendorf in Nordrhein-Westfalen erwischt. Inzwischen wurden beide in Untersuchungshaft genommen. Der Haftbefehl gegen die beiden Männer war wegen des Verdachts der Urkundenfälschung ausgestellt worden.

Die Ermittlungen wegen der Vorbereitung einer staatsgefährdeten Gewalttat seien noch nicht so fortgeschritten, dass sie für eine Inhaftierung aus reichen, so die Polizei. Das könne sich aber noch ändern, hieß es. Der 37 Jahre alte Fanid H., der als Flüchtling im Dezember vergangenen Jahres nach Deutschland reiste und in Nordrhein-Westfalen unterkam, wird von Algerien wegen Urkundenfälschung gesucht. Er kam nach der Razzia am Donnerstag nach Hamm und soll von dort aus nach Algerien abgeschoben werden. Die beiden Komplizen der Terrorzelle seien in Berlin und Hannover befragt, aber auf freien Fuß gelassen worden, hieß es bei der Berliner Polizei, die die Ermittlungen bundesweit führt.

„Wir haben bei den Terroranschlägen in Paris vom 13. November gesehen, dass der IS bewusst Terroristen unter den Flüchtlingen einschleusen will und eingeschleust hat“, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen im ZDF-Morgenmagazin. „Danach haben wir auch wiederholt gesehen, dass Terroristen – man kann sagen camoufliert, verdeckt – als Flüchtlinge eingeschleust werden“, so der Verfassungsschützer.

Vorhaben durchkreuzt

Hinweise auf einen kurzfristig geplanten Anschlag habe der Verfassungsschutz nicht. Es habe aber konkrete Hinweise gegeben, „dass es Leute in Deutschland gibt, die Planungen verfolgen, Anschläge zu begehen“, sagte Maaßen. Die Algerier hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft vermutlich einen Anschlag in Berlin geplant. Ihr Vorhaben wurde im Frühstadium durchkreuzt, konkrete Anschlagsziele gab es offenbar nicht, so Ermittler.

Deutschland sei in der Terrorabwehr gut aufgestellt, betonte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt. Auf europäischer Ebene gebe es aber sicherlich noch erhebliche Optimierungspotenziale. So gebe es kein gemeinsames Terrorismusabwehrzentrum. Wünschenswert sei eine entsprechende Ausweitung von Europol.


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