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Berliner Zeitung | Terrorgefahr in der Hauptstadt: 360 Salafisten gelten in Berlin als gewaltbereit
04. February 2016
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Terrorgefahr in der Hauptstadt: 360 Salafisten gelten in Berlin als gewaltbereit

Protest von radikalen Salafisten auf dem Potsdamer Platz in Berlin (Archivbild).

Protest von radikalen Salafisten auf dem Potsdamer Platz in Berlin (Archivbild).

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Imago/Christian Mang

Berlin ist eine Hochburg der Salafisten. Nach Angaben des Verfassungsschutzes leben etwa 680 Salafisten in der Stadt. 360 davon gelten als gewaltbereit. Vor fünf Jahren waren es noch halb so viele Extremisten. Von den 350 Männern waren 100 gewaltbereite Fanatiker. Ebenso viele reisten in die Krisengebiete. Zwölf von ihnen sollen ums Leben gekommen sein. 50 sind inzwischen wieder nach Hause zurückgekehrt.

Szene radikalisiert sich

Nach Informationen des Verfassungsschutzes ist Salafistenszene radikaler geworden. Darauf reagieren die Sicherheitsbehörden zunehmend mit Razzien. Zuletzt durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft am 26. November vergangenen Jahres eine Moschee in Charlottenburg sowie einen Transporter in Neukölln. Drei Männer wurden festgenommen. Der Terrorverdacht erhärtete sich nicht. Daraufhin wurden die Männer wieder freigelassen. Die Polizei hatte vermutet, dass sich Sprengstoff in dem Auto befindet, weil ein entsprechender Hinweis eingegangen war. Deshalb wurden mehrere Häuser evakuiert.

Am 22. September 2015 durchsuchten 400 Polizisten die Ibrahim- Khalil-Moschee in Tempelhof sowie sieben Wohnungen. Der Imam wurde verdächtigt, junge Muslime zum islamistischen Kampf gegen das Assad-Regime aufgerufen zu haben.

Angriff auf Polizistin

Fünf Tage zuvor hatte ein 41-jähriger Islamist aus dem Irak in Spandau eine Polizistin angegriffen und sie mit einem Messer schwer verletzt. Ein weiterer Polizist erschoss den Mann. Der Täter war 2008 zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden – wegen Mitgliedschaft in einer radikal-islamischen Terrorvereinigung und wegen der Beteiligung an Plänen für ein Attentat auf den damaligen irakischen Ministerpräsidenten.

Im Januar 2015 nahm die Polizei während eines stadtweiten Großeinsatzes zwei gewaltbereite Terrorverdächtige fest. Es wurden elf Wohnungen durchsucht. Die beiden festgenommenen Türken wurden verdächtigt, einen Terrorakt in Syrien vorzubereiten.