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The:Square³ in Berlin-Lichtenberg: Für den Immobilien-Oscar nominiert

Erste Simulationen: Begrünte Flächen rahmen drei höhere Gebäude ein. Das höchste davon soll 118 Meter hoch werden. Kritiker vermuten, dass überhaupt nicht so hoch gebaut werden darf.

Erste Simulationen: Begrünte Flächen rahmen drei höhere Gebäude ein. Das höchste davon soll 118 Meter hoch werden. Kritiker vermuten, dass überhaupt nicht so hoch gebaut werden darf.

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Moritz-Gruppe

Berlin -

Dirk Moritz hat in den vergangenen Tagen viele Anrufe aus dem Ausland bekommen, und fast immer musste er seinen Gesprächspartnern erklären, wie man dieses komplizierte Wort denn nun richtig schreibt: Alt-Hohenschönhausen. So viel internationale Aufmerksamkeit für den Lichtenberger Ortsteil kommt nicht von ungefähr. Dirk Moritz, selbst Bewohner von Alt-Hohenschönhausen, will mit seiner Immobiliengruppe an der Konrad-Wolf-Straße/ Ecke Weißenseer Weg auf einem bislang brach liegenden Grundstück neben dem Sportforum einen weithin sichtbaren Gebäudekomplex namens The:Square3 errichten – mehrere Gebäude, die von drei höheren Häusern gekrönt werden, das höchste soll 118 Meter messen.

Der Oscar der Immobilienbranche

Noch ist das 450 Millionen Euro teure Projekt in der Planung, aber Liebhaber hat es schon: The:Square3 ist für einen der wichtigsten Immobilienpreise nominiert, den MIPIM Award in der Kategorie „Best Futura Projekt“, also als bestes Zukunftsprojekt. Mitbewerber sind Bauvorhaben in Malmö (Schweden), Beirut (Libanon) und Nanjing (China). Der Preis wird Mitte März auf der Immobilienmesse MIPIM im französischen Cannes vergeben, die Auszeichnung gilt als Oscar der Immobilienbranche. Letzte deutsche Preisträger waren im Jahr 2000 der neue Reichstag und 1999 DaimlerChrysler am Potsdamer Platz.

Sowohl in der Moritz-Gruppe selbst als auch im Bezirk hat die Nominierung große Aufregung ausgelöst. „Das ist eine große Ehre für den Standort, aber auch für Berlin“, sagte am Montag Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD). Vor sechs Monaten sei er von der Moritz-Gruppe über das Bauvorhaben informiert worden – „die sind ein bisschen größenwahnsinnig“, habe er damals gedacht. Doch je mehr das Projekt an Kontur gewann, desto öfter habe er sich gefragt, „warum eigentlich nicht“.

Der 50-jährige Moritz, der viele Jahre boxte, an der Deutschen Hochschule für Körperkunde in Leipzig studierte, danach ins Immobiliengeschäft wechselte und bereits in Alt-Hohenschönhausen gebaut hat, betont gern seine Ostberliner Herkunft – und seine Affinität zum Sport. Die Nachbarschaft zum Sportforum, wo sich der Olympiastützpunkt befindet und täglich 3 000 Athleten trainieren, sei eine gute Kombination; es gebe Anfragen von Sportartikelherstellern, die dort verkaufen möchten, aber auch Gesundheitszentren, die sich ansiedeln möchten. Außer Geschäften sollen 1 000 Wohnungen entstehen, eine Kita – und 900 Arbeitsplätze.

Das Vorhaben, für das der Bezirk Lichtenberg nun einen Bebauungsplan erarbeiten wird, hat allerdings auch Kritiker – zum Beispiel den Landessportbund. Er befürchtet, dass die neuen Nachbarn die Funktionsfähigkeit des Sportforums einschränken, beispielsweise durch Klagen gegen Lärm. Im Bezirk weiß man um das Risiko. „Das Sportforum ist nicht nur ein Sportplatz“, sagt Baustadtrat Wilfried Nünthel (CDU). „Es darf in seiner Nutzung nicht eingeschränkt werden.“ Und noch etwas: „Ich bin mir sicher, dass wir auch darüber diskutieren werden, wie hoch Berlin außerhalb der Mitte werden darf.“

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