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Tiergarten: Grillverbot ab Januar

Im Sommer ist der Tiergarten ein beliebtes Ausflugsziel für Grillfreunde. Ab 2012 könnte damit Schluss sein.

Im Sommer ist der Tiergarten ein beliebtes Ausflugsziel für Grillfreunde. Ab 2012 könnte damit Schluss sein.

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Paulus Ponizak

Berlin -

Der Satz ist nur kurz, er betrifft aber zehntausende Berliner, darunter viele türkische und arabische Familien. „Das Bezirksamt wird ersucht, die Ausnahme vom Grillverbot im Großen Tiergarten zum 1. Januar 2012 zurückzunehmen.“ Zu deutsch: Ab 2012 ist Schluss mit dem Grillen im Tiergarten. Die CDU wird den Antrag am Donnerstag auf der Sitzung des Bezirksparlaments in Mitte stellen. „Die Kosten für die Müllbeseitigung sind mit jährlich 300.000 Euro exorbitant hoch, die können wir uns nicht mehr leisten“, sagt CDU-Fraktionschef Thorsten Reschke. Das Grillverbot ist Teil einer Vereinbarung zu einer Zusammenarbeit von SPD und CDU in Mitte, es soll im Dezember beschlossen werden.

Laut Reschke ist der Antrag knapp formuliert, damit „nicht zu viel Pathos hineininterpretiert wird“. Dennoch sorgt das Thema insbesondere bei türkischen Vereinen für wachsenden Unmut. „Für uns ist das ein Politikum“, sagt Hilmi Kaya Turan, Sprecher des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg. Das Verbot treffe vor allem Menschen mit Migrationshintergrund und niedrigen Einkommen. „Es wird versucht, bestimmte Bevölkerungsschichten vom Zentrum der Stadt fern zu halten“, sagt Turan.

Wie Ali Yildirim vom Verein türkischer und deutscher Kaufleute sagt, sei es einmalig, dass „vor dem Haus des Bundespräsidenten die verschiedenen Kulturen aufeinandertreffen“. Und Hüseyin Yilmaz, Chef des Vereins Türkischer Unternehmer und Handwerker, findet es merkwürdig, dass Mitte gleich nach den Wahlen das Grillverbot angekündigt hat. Er empfinde das zwar nicht als diskriminierend. „Nicht nur Türken, auch Deutsche lassen Müll liegen.“ Ihn ärgert aber die Rigorosität, man hätte einen Kompromiss suchen können. (ab., ua.)