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Tiergehege im Viktoriapark ist geschlossen: Ziegen und Kaninchen müssen gehen

Im Viktoriapark in Kreuzberg soll das Tiergehege geschlossen werden.

Im Viktoriapark in Kreuzberg soll das Tiergehege geschlossen werden.

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imago/Schöning

Seit mehr als 100 Jahren existiert das kleine Tiergehege am Fuße des Kreuzbergs im Viktoriapark. Seit Dienstagmorgen ist es geschlossen. Alle Tiere – Ziege Emma und ihre drei Geschwister sowie zahlreiche Meerschweinchen und Kaninchen – wurden zum Tierhof nach Marzahn gebracht. Ohne jede Ankündigung fuhren frühmorgens die Transporter vor. Im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg begründet man die Schließung mit dem Sparzwang: Die 15 000 Euro, die der Minizoo jährlich koste, könne man nicht mehr aufbringen, heißt es im Büro des zuständigen Baustadtrates Hans Panhoff (Grüne).

Nachbarn und Freunde der Tiere sind empört. „Hierher kamen viele Kitagruppen und Schulklassen sowie Familien, die sich größere Ausflüge nicht leisten können“, sagt Anwohner Ranko Markovic. Auch für Tierpfleger Norbert Heuer, der seit acht Jahren den Streichelzoo betreute, zuletzt über Monate sogar ehrenamtlich, kam die Aktion überraschend. Ursula Meyer, die Referentin von Stadtrat Panhoff, sagte, man habe ihn „nicht beunruhigen wollen“ und ihn deshalb vorher nicht informiert. Tierfreundin Anne Voss aus Kiel, die Schwester des Pflegers, die das Gehege häufig besucht, spricht von einer gezielten „Nacht-und-Nebel-Aktion“, um Protesten gegen eine Schließung zuvorzukommen. Tatsächlich plant der Bezirk das Ende des Geheges seit Monaten. „Es ist uns nicht gelungen, einen verlässlichen Partner zu finden, der die Weiterführung finanziert“, sagt Ursula Meyer.

Til Schweiger will helfen

In einem Radio-Interview hat der Schauspieler Til Schweiger Hilfe angeboten. Schweiger, der in Kreuzberg eine Wohnung hat, will jährlich 1 000 Euro und einmalig 5 000 Euro für den Erhalt des Tiergeheges spenden. Für die Pflege würde er eine Initiative unterstützen. Im Rathaus hält man davon nichts: Es habe schon mehrere Bürgerinitiativen gegeben, die sich um die Tiere kümmern wollten. Auf Dauer habe das nie funktioniert. Im Gehege sollen jetzt Metall-Skulpturen ausgestellt werden, die andernorts nicht ausreichend vor Dieben geschützt sind. Die Tierfreunde wollen am Sonntag um 13 Uhr vor Ort protestieren.


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