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Tierköpfe vor Berliner Moschee: Festnahme nach Schweinekopf-Attacke

Vor diese Moschee sind im April zwei Schweineköpfe gelegt worden.

Vor diese Moschee sind im April zwei Schweineköpfe gelegt worden.

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dpa

Berlin -

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Nach einer Attacke mit zwei abgetrennten Schweineköpfen auf eine Neuköllner Moschee hat die Berliner Polizei einen Tatverdächtigen verhört. Die Ermittler hätten am Donnerstag gegen 6.00 Uhr die Wohnung und das Auto eines 25-Jährigen in Lichtenrade durchsucht, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft und bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung.

Der Mann habe sich zu den Vorwürfen aber nicht äußern wollen. Ein Haftbefehl wurde den Angaben zufolge nicht beantragt. Dem Mann wird vorgeworfen, Ende April vor der Sehitlik-Moschee zwei abgetrennte Schweineköpfe abgelegt zu haben. Der Vorfall ist eine schwere Beleidigung für Moslems, denn das Schwein gilt im Islam als unreines Tier. Zuvor waren bereits mehrmals Farbbeutel gegen das Gebäude geworfen und Drohbriefe gegen Vorstandsmitglieder verschickt worden, in denen Ausländer unter Gewaltandrohung zur Ausreise aufgefordert wurden.

Gegen den am Donnerstag festgenommenen Tatverdächtigen ist den Angaben zufolge bereits in der Vergangenheit wegen Widerstand, Körperverletzung und fremdenfeindlicher Beleidigung ermittelt worden. Wie die „Bild“ schreibt, soll der Mann zum Dunstkreis der rechtsextremistischen „Autonomen Nationalisten“ gehören. Laut Polizeiangaben wurde bei der Wohnungsdurchsuchung rechtsgerichtetes Propagandamaterial gefunden.

Beweismittel, die am Tatort gefunden wurden, haben die Ermittler letztendlich auf die Spur zu dem 25-Jährigen gebracht. Aufgrund der sichergestellten Beweise hätten sich Rückschlüsse ziehen lassen auf einen Supermarkt, in dem die Schweinsköpfe von dem Beschuldigten gekauft worden sein sollen.

Nach seiner Vernehmung sei der Tatverdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Für einen Haftbefehl seien die Voraussetzungen wegen des zu erwartenden Strafmaßes nicht gegeben, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen gegen den 25-Jährigen dauerten aber weiter an. Eine Anklage wegen der Beschimpfung von religiösen Bekenntnissen und Beleidigung sei nach wie vor nicht ausgeschlossen. (dpa)