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Tierpark Berlin: Eisbär Fritz lernt laufen

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Drei Monate ist Fritz inzwischen alt. Im März darf er vermutlich ins Freie.

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Berlin -

Kaum hat er von den Berlinern einen Namen bekommen, wird Eisbär Fritz schon frech. Zwar folgt der neue Tierpark-Star in der Wurfhöhle folgsam Muttertier Tonja auf Schritt und Tritt. Doch so brav wie das Bärchen immer scheint, ist es wohl momentan nicht.

„Fritz fängt an, Tonja ständig zu ärgern“, sagt Tierpark-Sprecherin Christine Reiss. „Er zwickt sie am Bein, er hat ihr schon in die Brustzitze gebissen. Zur Ruhe kommt Tonja auch nicht. Eisbär Fritz stört sie auch dann, wenn sie schlafen will.“ Schon vor Tagen konnte man in einem Video sehen, wie das Eisbärenjunge Tonja eine Scheibe Steak wegschnappte, die eigentlich für sie bestimmt war.

Auf seinen Namen hört der junge Eisbär auch nicht. Immer, wenn Pfleger Detlef Balkow ihn Fritz ruft, ignoriert er das komplett. „Das wird sich geben“, sagen die Pfleger. „Schließlich muss sich Fritz erst noch an den Namen gewöhnen.“

Die freche Phase hat auch ihr Gutes. „Wir sehen daran, dass der Eisbär-Junge recht mobil ist“, sagt Tierpark-Sprecherin Reiss. Das muss er auch. Schließlich muss Fritz richtig Laufen lernen. „Erst wenn er ganz sicher Tonja Schritt für Schritt folgen kann, können wir die zwei ins Freigehege lassen. Wir denken, dass es im März so weit sein wird“, sagt Reiss.

Der Tierpark hat nun begonnen, die 775 Quadratmeter große Eisbären-Anlage für Fritz  umzugestalten. Kleine Treppen sollen angebracht werden, damit Fritz leicht in den 81 Meter langen Wassergraben  ein- und wieder aussteigen kann. „Das Schwimmen ist für den Eisbären dann kein Problem. Das können die Tiere von Geburt an“, sagt Reiss.

Darüber hinaus ist für Fritz auch ein Titel geplant: Der Tierpark will Fritz zum „Artenschutz-Botschafter“ ernennen. Das heißt, vor seinem Gehege werden Info-Tafeln aufgestellt. Diese sollen die Besucher aus aller Welt auf  seine bedrohte Spezies aufmerksam machen.

Wenn das Eis zurückgeht

Weltweit gibt es nur noch etwa bis zu 31.000 Eisbären in der freien Wildbahn. Ihre Zahl könnte bis 2050 um zwei Drittel sinken, schätzen Wissenschaftler. Das liegt vor allem am Klimawandel.  Durch die Erwärmung geht das Packeis in den Nordpolar-Regionen immer mehr zurück. Den Eisbären fehlt damit die Plattform zum Robbenjagen. Das macht das Überleben besonders für Jungtiere immer schwieriger. Umso wichtiger ist der Eisbär-Nachwuchs, der in Tiergärten zur Welt kommt – wie Eisbär Fritz.

Sogar im fernen Japan ist der Nachwuchs aus dem Berliner Tierpark schon bekannt: Dort plant man, mit Eisbär Fritz  einen Kalender für das Jahr 2018 zu gestalten.