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Tierschutzverein wirbt mit Plakataktion in Berlin: "Ich bin Berliner und keinen interessiert's"

Hunde müssen in Berlin an der Leine gehalten werden.

Hunde müssen in Berlin an der Leine gehalten werden.

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dpa

Die auffälligen Plakate sind seit Anfang Januar an vielen Orten Berlins zu sehen - zum Beispiel am Berliner Abgeordnetenhaus, am Alexanderplatz, in der Friedrichstraße und in anderen Straßen mit vielen Passanten. Auch in vielen U-Bahnhöfen sieht man die Plakate mit einem Hund als Motiv und dem Slogan "Ich bin Berliner … und keinen interessiert’s".

Mit der berlinweiten Kampagne wirbt der Berliner Tierschutzverein (TVB) für mehr Akzeptanz der Berliner Hunde und ihrer Halter. Die Tierschützer kritisieren damit das Hundegesetz. Eine Forderung ist die Abschaffung des generellen Leinenzwangs. Leinenpflicht solle es nur in ausgewiesenen Gebieten wie Freibädern und Spielplätzen geben.

Weiterhin wollen die Hundefreunde die sogenannte Rasseliste abschaffen, auf der bestimmte Hunderassen stehen, die als gefährlich eingestuft werden. Darunter fallen zum Beispiel Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Tosa Inu. Kritik an der Rasseliste gibt es schon lange. "Diese Liste stigmatisiert nicht nur die Hunde, sondern auch deren Halter, denen es zunehmend erschwert wird, einen Mietvertrag zu bekommen.", heißt es seitens des Vereins. Leidtragende wären vor allem auch die Tierheime, die die vielen Hunden aufnehmen müssten. Das Problem liege nicht bei den Tieren, sondern den Haltern, so der TVB. Deshalb fordere man im Zuge dessen eine Nachweispflicht der Sachkunde für Ersthundehalter vor der Anschaffung eines Hundes.

Derzeit gibt es eine hitzige Debatte um Hunde am Schlachtensee und der Krummen Lanke. Am Ufer sollte ein komplettes Hundeverbot durchgesetzt werden. Nun habe man sich vorerst geeinigt.

Weitere Aktionen geplant

Bis zur Berliner Abgeordnetenhauswahl im September 2016 soll die Kampagne auf die Berliner Missstände in Sachen Tierschutz aufmerksam machen – sei es das Elend der tausenden Straßenkatzen, das Leid der Touristenkutschpferde in der City oder die hohe Zahl der Tierversuche. Alle zwei Monate wird ein neues Thema ins Stadtbild gebracht. "Wir wollen den Berlinern das Tierleid vor ihrer Haustür vor Augen führen", so Ines Krüger.

Der Kampagnenstart ist Auftakt zum Jubiläumsjahr des Tierschutzvereins für Berlin, der in diesem Jahr 175 Jahre alt wird. Der Verein betreibt in Berlin Europas größtes Tierheim – finanziert aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. (BLZ/cp)



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