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Toilette für Flüchtlinge: Multikulti-Toilette könnte Dixi-Klo ersetzen

Das Multikulti-Klo.

Das Multikulti-Klo.

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© TUUH/Sabine Schober

Wenn schnell Notunterkünfte für Flüchtlinge entstehen müssen, werden oftmals auch mobile Toiletten eingesetzt. Doch viele der Menschen, die aus Afrika und Asien nach Deutschland flüchten, kennen diese Toiletten aus ihrem Kulturkreis nicht. So ist es etwa im Orient üblich, die Toilette nicht im Sitzen zu benutzen, sondern im Hocken.

Besonders in ärmeren Familien sind solche Latrinen normal. Außerdem sind viele der Muslime nicht mit der Nutzung von Toilettenpapier vertraut - sie reinigen sich mit Wasser. Das führt nicht zuletzt in vielen Erstaufnahmeeinrichtungen zu schwierigen Zuständen in den sanitären Anlagen.

Wie ein normales Klo

In der Gemeinde Hardheim im Odenwald kam es im Oktober deswegen sogar zum Mini-Eklat, denn der Bürgermeister stellte dort Benimmregeln für die Flüchtlinge auf. Neben vielen harschen Anweisungen stand darin auch: "Unsere Notdurft verrichten wir ausschließlich auf Toiletten, nicht in Gärten und Parks, auch nicht an Hecken und hinter Büschen."

Ein Mobilklo-Hersteller aus Sachsen-Anhalt will aufgrund dieser kulturellen Eigenheiten nun eine flüchtlingsfreundliche Multikulti-Toilette herstellen. Diese ist sowohl im Sitzen als auch im Hocken benutzbar. Zugleich soll die Reinigung mit Papier oder mit Wasser per Schlauch möglich sein. Die neue Toilette, die in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Hamburg-Harburg entwickelt wurde, sieht zunächst wie ein normales Klo aus, besitzt aber zwei Fußtritte rechts und links von der Klobrille.

Der Sammeltank unter der Toilette soll zudem größer sein als normal. Somit muss das Klo seltener abgepumpt werden. In der vergangenen Woche wurde der erste Prototyp fertig gestellt. Dieser wurde von der Hamburger Industrie-Designerin Sabine Schober entworfen. Womöglich könnten die Toiletten beispielswiese am Tempelhofer Feld oder in anderen Berliner Unterkünften eingesetzt werden. Laut Hersteller gibt es bereits Interessenten unter Vermieterfirmen in Berlin. (BLZ)