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Tote auf BER-Baustelle: Flughafengesellschaft weist Vorwürfe zurück

Blick bei Nacht auf das Areal, wo der Großflughafen entsteht.
Blick bei Nacht auf das Areal, wo der Großflughafen entsteht.
Foto: dpa
Berlin –  

Im Laufe der Bauarbeiten am Großflughafen sollen vier Personen gestorben sein. Die Flughafengesellschaft weist Vorwürfe, die Vorfälle nicht publik gemacht zu haben, zurück - und auch die Größenplanung des BER sei "markt- und bedarfsgerecht".

Nach vier tödlichen Unfällen auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens pocht die Gewerkschaft IG Bau auf eine stärkere Kontrolle der Sicherheitsrichtlinien. Der IG-Bau-Regionalleiter für Berlin und Brandenburg, Rainer Knerler, kritisierte zudem das Vorgehen der Flughafenbetreiber: Die Vorfälle hätten schon eher bekanntgemacht werden müssen, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg wies diesen Vorwurf am Sonntag strikt zurück. In die Schlagzeilen rückte der Pannen-Airport am Wochenende auch erneut wegen Seiner Größe: Der Flughafen gilt einem Medienbericht zufolge intern bereits zum Start als ausgelastet.

Knerler reagierte mit seiner Kritik auf eine Kleine Anfrage der Piratenpartei im Berliner Abgeordnetenhaus. In der Antwort des Senats hieß es am Freitag, dass seit Baubeginn vier Menschen bei Unfällen ums Leben gekommen seien. Ein Beschäftigter sei von einer fallenden Baggerschaufel tödlich am Kopf verletzt, ein Mitarbeiter von einer Radwalze überrollt worden. Zwei weitere Beschäftigte seien mehrere Meter in die Tiefe gestürzt. In allen Fällen hätten die Mitarbeiter Sicherheitsvorkehrungen missachtet.

Flughafensprecher Ralf Kunkel nannte den Vorwurf, die Information über die Unfälle sei verspätet gekommen, völlig aus der Luft gegriffen. „Jeder der vier Todesfälle ist seinerzeit bekanntgemacht worden.“

Stärkere Überwachung gefordert

Knerler forderte eine stärkere Überwachung der Baustelle: Es müsse gewährleistet sein, dass die Sicherheitsvorschriften durchgesetzt würden, sagte er. Auf die Aussage von Kunkel in der „Berliner Morgenpost“ (Samstag), wonach die Baustelle eine vergleichsweise sichere sei, reagierte Knerler empört: „So etwas zu behaupten, ist zynisch.“ Auch auf Großbaustellen seien „null tödliche Unfälle“ möglich.

Die „Wirtschaftswoche“ berichtete indes unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Protokoll der „Soko BER“ im Bundesverkehrsministerium vom 31. August, dass der Flughafen intern als zu klein geplant gilt. Demnach sagte Flughafen-Technikchef Horst Amman, es werde von vornherein an der Kapazitätsgrenze operiert, das System sei ausgelastet. Die Frage einer Erweiterung werde sich bald stellen.

Ein Flughafensprecher sagte dazu, der neue Airport werde „markt- und bedarfsgerecht geplant“ und könne „sukzessiv erweitert werden“. Die 45 Probebetriebstage Anfang des Jahres hätten zudem „keine Hinweise auf eine Unterdimensionierung des Flughafens geliefert“.

Externe Fachleute hatten zuvor bereits gewarnt, der neue Airport sei viel zu klein angelegt. Der neue Flughafen, der nach dreimaliger Verschiebung des Starttermins nun am 27. Oktober 2013 eröffnet werden soll, ist auf eine Abfertigung von 27 Millionen Passagieren im Jahr ausgelegt.

Diese Zahl könnte schon 2014 erreicht sein. Der Flughafenexperte Dieter Faulenbach da Costa etwa war in einem Gutachten zu dem Fazit gekommen, dass es für die erwartete Passagierzahl zu wenige Abfertigungsschalter und Gepäckausgabebänder gebe. Weitere Investitionen am 4,3 Milliarden Euro teuren Großflughafen müssten also nach der Eröffnung zügig folgen. (dpa)

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