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Tourismus in Berlin: Branche begrüßt Wohnungsverbot

Berlin ist für Touristen aller Altersgruppen so reizvoll wie noch nie. Nun soll der steigenden Zahl von Ferienwohungen Einhalt geboten werden.

Berlin ist für Touristen aller Altersgruppen so reizvoll wie noch nie. Nun soll der steigenden Zahl von Ferienwohungen Einhalt geboten werden.

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Berliner_Zeitung

Berlin -

Die Tourismusbranche in der Hauptstadt unterstützt das Vorhaben des Senats, Wohnungen in erster Linie an Berliner zu vermieten - und nicht an Touristen. Die Stadt sei bei Gästen so attraktiv gerade wegen ihrer Authentizität, sagte der Geschäftsführer der Marketinggesellschaft Visit Berlin, Burkhard Kieker, am Samstag. Verhältnisse wie in Venedig oder Barcelona, wo Touristen und nicht Einheimische das Stadtbild prägten, dürften in Berlin nicht entstehen.

Angesichts von Wohnungsknappheit und Mietsteigerungen gerade in den beliebten Kiezen will der Senat die sogenannte Zweckentfremdung von Wohnungen mit einer Verordnung unterbinden. In bestimmten Bezirken sollen Eigentümer Mietwohnungen damit nicht mehr als Ferienquartiere anbieten dürfen. Ein entsprechender Gesetzentwurf könnte nach Angaben der Bauverwaltung noch im Januar ins Parlament eingebracht werden. 2002 hatte das Oberverwaltungsgericht die bis dahin bestehende Verordnung gekippt - die Richter sahen keinen Mangel an Wohnraum.

Heute gibt es in Berlin nach Schätzungen etwa 12 000 Ferienwohnungen, Kieker schätzt die Zahl sogar auf 15 000. Viele Anwohner beschweren sich über ständige Partys, Lärm und Müll der Touristen. „Diese Entwicklung ist nicht gesund“, sagte Kieker. Eigentümer erzielten durch das Geschäft mit den Touristen eine Rendite, die weit über der normalen Miete liege. Für Berliner dürften Touristen zudem keine Konkurrenz zum eigenen Leben sein. „Die Bewohner sollen so gastfreundlich bleiben, wie sie es sind.“

Kontrolle gefordert

Der Senat müsse jedoch nicht nur für ein Verbot der Zweckentfremdung sorgen, sondern dies auch kontrollieren. „Der Senat darf nicht nur eine schöne Schaufenster-Verordnung beschließen, sondern muss den Willen zeigen, diese dann auch umzusetzen“, sagte der Tourismuschef. Dies sei Sache der Bezirke. Pankow ist der erste Bezirk in der Stadt, der für bestimmte Gebiete die Nutzung von Wohnungen als Feriendomizile untersagt hat. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Bezirksamt im Dezember. (dpa)


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