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Berliner Zeitung | Turnhallen als Flüchtlingsunterkünfte: Wo Berliner Schüler nun Sportunterricht erhalten sollen
12. January 2016
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Turnhallen als Flüchtlingsunterkünfte: Wo Berliner Schüler nun Sportunterricht erhalten sollen

Schlafen statt Sport: Das Lageso requiriert immer mal wieder Turnhallen.

Schlafen statt Sport: Das Lageso requiriert immer mal wieder Turnhallen.

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dpa/Kay Nietfeld

Gut 50 Turnhallen dienen derzeit als Notunterkünfte für Flüchtlinge, darunter viele Schulsporthallen. Deshalb ist an 100 Schulen der Sportunterricht verkürzt worden oder fällt in Einzelfällen sogar ganz aus, allein in Pankow finden 700 Sportstunden pro Woche nicht statt.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) will diese Einschränkungen nun mithilfe eines sogenannten Bündnisses für den Schulsport abbauen. Bis zu 2000?Euro monatlich stehen dafür im kommenden Schulhalbjahr jeder betroffenen Schule zu. Ab Februar sollen diese Schulen den Sportunterricht verstärkt in Schwimmbädern, in Kletterparks oder im Freien abhalten statt in den üblichen Schulturnhallen. Dies geht aus dem Schreiben von Scheeres an die Schulen hervor, das der Berliner Zeitung vorliegt. Darin räumt die Bildungssenatorin ein, dass es durch die gesperrten Hallen erhebliche Probleme gebe, die üblichen drei Wochenstunden Sportunterricht abzusichern.

Insgesamt stehen den Schulen von Februar bis Juli 1,5 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Damit können sie sich bei den Bäderbetrieben, den Standorten des Landessportbundes, dem Eventsport-Netzwerk „Funpool“, den bezirklichen Eissportanlagen oder bei anderen Sportvereinen Nutzungszeit kaufen. Für Transportkosten gibt es maximal 20.000 Euro pro Bezirk. Das Schulklassen-Ticket gilt ausnahmsweise auch für ältere Schüler ab Jahrgangsstufe 9.

Auch Zumba oder Fitness

Vor Ort können beteiligte Anbieter auch eigenes Personal einsetzen. Es müssen also nicht immer drei Lehrer als Aufsichtspersonen zur Eventsporthalle mitfahren. Scheeres verknüpft damit auch die Hoffnung, dass Schüler neue Sportarten kennenlernen, die die körperliche und damit auch die psychische und physische Entwicklung der Schüler fördern, wie sie schreibt. Als Beispiele nannte sie Fitness, Tanzen, Body Pump, HipHop, Streetdance, Zumba, Klettern oder Beachvolleyball. „Es muss nicht immer Bockspringen sein“, hieß es. Sportvereine können zudem Honorarkräfte oder Trainer einsetzen, die wegen der belegten Hallen sonst nicht tätig werden können.


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