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Übertragung der Grundstücke: Bezirke loben den Senat

Die Bezirke loben den Senat für die Vergabe von Freiflächen für neuen Wohnungsbau. Sie mahnen gleichzeitig, an die nötige Infrastruktur zu denken.

Die Bezirke loben den Senat für die Vergabe von Freiflächen für neuen Wohnungsbau. Sie mahnen gleichzeitig, an die nötige Infrastruktur zu denken.

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dpa

Berlin -

Die Reaktion in den Bezirken auf die Übertragung von Grundstücken an städtische Wohnungsbaugesellschaften ist erwartbar wie logisch. Sie loben den Senat – was selten vorkommt – weil einige preisgünstige Wohnungen entstehen sollen. „Das ist völlig in Ordnung. Das ist das, was die neue Liegenschaftspolitik in Berlin ausmacht“, sagt Jens-Holger Kirchner (Grüne), Baustadtrat in Pankow.

Forderung neuer Infrastruktur

Natürlich müssten landeseigene Flächen den landeseigenen Gesellschaften zur Verfügung gestellt werden. Die Grundstücke etwa im Pankower Ortsteil Rosenthal eigneten sich aber eher für den Bau von Stadtvillen als großen Geschosswohnungsbau. Wie schnell mit dem Wohnungsbau begonnen werden kann, vermag Kirchner aber nicht zu sagen. Die städtischen Unternehmen seien erst jetzt wieder dabei, eigene Bereiche für den Neubau zu schaffen. Denn in den vergangenen Jahren wurden neue Wohnungen ausschließlich von privaten Investoren errichtet.

Der Pankower Stadtrat weist auf ein weiteres Manko hin: Auch an neue Straßen und günstige Nahverkehrsverbindungen müsse gedacht werden, wenn über neue Wohnungen diskutiert wird. Und weil Berlin wächst und insbesondere in Pankow die Einwohnerzahlen steigen, werden auch Schulen und Kitas benötigt. Für eine neue Grundschule etwa sind allein rund 15.000 Quadratmeter Fläche erforderlich, auch dafür müsse Vorsorge getroffen werden. „Trotz aller Hektik müssen die Architektur der Häuser und die Qualität der Wohnungen gesichert sein“, sagt Kirchner.

Auch Verträge mit Privaten

Ähnlich sieht das auch sein Kollege in Charlottenburg-Wilmersdorf, Baustadtrat Marc Schulte (SPD). „Wohnungsneubau ist dringend nötig, nicht nur in den Randbezirken, sondern auch in der Innenstadt“, sagt er. Die Übertragung an die städtischen Gesellschaften, die nach Rücksprache mit den Bezirken erfolgten, „sind ein Anfang, das begrüßen wir natürlich“. Je konkreter die Planungen jetzt erfolgen, desto schneller könnten auch die Genehmigungen für neue Wohnungen erteilt werden. Allerdings gebe es in seinem Bezirk kaum noch freie, landeseigene Grundstücke. „Deshalb ist es genauso wichtig, wie wir über städtebauliche Verträge private Investoren dazu bringen, ebenfalls preisgünstigen Wohnraum zu errichten“, sagt Schulte.