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Umfragewerte steigen laut Forsa: Wowereits Rücktritt hilft der Berliner SPD

Klaus Wowereit hat bei einer Pressekonferenz am Dienstag (26.08.2014) seinen Rücktritt erklärt. Sein Rücktritt wird am 11. Dezember 2014 sein. In einer Urabstimmung der Berliner SPD am 18. Oktober 2014 setzte sich Michael Müller als Nachfolger durch.

Klaus Wowereit hat bei einer Pressekonferenz am Dienstag (26.08.2014) seinen Rücktritt erklärt. Sein Rücktritt wird am 11. Dezember 2014 sein. In einer Urabstimmung der Berliner SPD am 18. Oktober 2014 setzte sich Michael Müller als Nachfolger durch.

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imago/Reiner Zensen

Berlin -

Der angekündigte Rückzug von Klaus Wowereit (SPD) bringt den Sozialdemokraten der Hauptstadt offenbar politische Vorteile. Einen klaren Aufwärtstrend für die SPD registrierte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Berliner Zeitung in den Tagen nach Wowereits Entscheidung, die am Dienstag fiel. Die Partei lag zuvor mit 21 Prozent in einem Tief, das sich über Monate zu verfestigen schien. Auch Wowereit selbst war auf den letzten Platz der landespolitischen Beliebtheitsskala abgerutscht.

Doch mit seinem Rücktritt, dessen Vollzug für Anfang Dezember angekündigt ist, dreht sich der Trend. Die SPD Berlin schneidet bei der Sonntagsfrage („Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Berlin-Wahl wäre?“) in diesem Monat drei Punkte besser ab und landet bei 24 Prozent. Dabei kommt der Rücktrittseffekt noch nicht einmal voll zum Tragen. Da Wowereits Ankündigung mitten in die laufende Umfrage fiel, lässt sich – wenn auch nicht streng repräsentativ – die Wirkung genau verfolgen. Bis zum Tag vor der Bekanntgabe lag die SPD noch bei 22 Prozent. Seit dem vergangenen Dienstag sagen jedoch bereits 26 Prozent, sie würden SPD wählen.

Dieser Zuwachs geht der Umfrage zufolge zu Lasten von CDU und Grünen. Die CDU, die zu Wochenbeginn bereits oberhalb der 30-Prozent-Marke rangierte, kommt so auf einen Wert von 29 Prozent, die Grünen fallen auf 19 Prozent zurück. Die Linke landet bei 14 Prozent, Piraten und AfD liegen unverändert bei vier Prozent. Die SPD kommt damit nach längerer Zeit wieder in die Nähe der Hauptstadt-Union.

Ob dieser Trend anhält, wird nicht zuletzt vom innerparteilichen Wahlkampf der kommenden Monate abhängen. Am Freitag bewarb sich wie erwartet auch Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) für den Posten des Regierenden Bürgermeisters. Der 49-Jährige ist nach dem Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh, 37, und dem Landesvorsitzenden Jan Stöß, 41, der dritte Kandidat. Die Bewerbungsfrist läuft am Montag ab, eine weitere Kandidatur erwartet niemand.

Die Parteiführung berät derzeit das Procedere für den geplanten Mitgliederentscheid unter den gut 17000 Berliner Genossinnen und Genossen. Sie sollen voraussichtlich im Oktober über die drei Bewerber abstimmen. Bis dahin sind Regionalkonferenzen geplant, auf denen die Kandidaten sich und ihre Ideen vorstellen. Aus den SPD-Kreisverbänden kam die Forderung, dass der Sieger eine überzeugende Mehrheit hinter sich haben müsse – damit ist eine Stichwahl unter den Mitgliedern so gut wie sicher.

Müller, lange Zeit Wowereits engster Vertrauter, erklärte am Freitag, gerade seine Erfahrung als ehemaliger Partei- und Fraktionschef, als Abgeordneter und als Senator seien wichtig für die kommenden Jahre in Berlin.



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