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Umleitungen bei Verspätungen: Flugzeuge steuern Berlin nachts nicht mehr an

Spätanflug auf Tegel. Von 24 bis 6 Uhr sind dort keine Linienflüge erlaubt.

Spätanflug auf Tegel. Von 24 bis 6 Uhr sind dort keine Linienflüge erlaubt.

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dpa/Wolfgang kumm

Berlin -

In diesem Jahr drohen Fluggästen, die nach Berlin wollen, üble Überraschungen. Von April bis Oktober werden sie nachts bei großen Verspätungen zu weit entfernten Airports umgeleitet – zum Beispiel nach Leipzig, Hannover oder Rostock. Das teilte die Flughafengesellschaft FBB mit. Dann darf Berlin in der Nacht nicht mehr angeflogen werden, weil nicht nur Tegel, sondern auch Schönefeld so lange nachts geschlossen wird.

So ist es heute: Wenn sich Flüge so stark verspäten, dass sie in Tegel nicht mehr landen dürfen, können sie zum heutigen Schönefelder Flughafen (SXF) umgelenkt werden – wo es kein Nachtflugverbot gibt. Ein Experte sagte, dass diese Ausweichmöglichkeit durchaus genutzt wird. Allein im vergangenen Jahr wurden fast 50 Flugzeuge von Tegel nach Schönefeld umgeleitet. In 30 Fällen ging es um Germanwings, Air Berlin war 13, die Lufthansa viermal betroffen.

„Es ist mit Theater zu rechnen“

Doch bald drohen den Fluggästen längere Umwege. Fast sieben Monate lang werden nächtliche Umleitungen innerhalb Berlins nicht mehr möglich sein. Grund: Vom 2. April bis 24. Oktober wird die einzige Start- und Landebahn des heutigen Flughafens Schönefeld saniert. So lange wird der gesamte Verkehr auf die momentan noch gesperrte südliche Start- und Landebahn des neuen Flughafens BER verlagert. Für sie gelten bereits die Nachtflugregelungen, die für den BER verbindlich sind, um Anwohner vor Lärm zu schützen.

Was das bedeuten wird, umriss ein Sprecher der FBB. „Ab 23.30 Uhr gehen verspätete Flüge, die planmäßig in Tegel landen sollten, zu Ausweichflughäfen wie Rostock oder Hannover“, sagte er. Auch Leipzig werde dann angeflogen. Juristen verweisen darauf, dass Reisende Ansprüche gegen die Airline geltend machen können – je nach Einzelfall auf Busbeförderung, Hotelaufenthalt, sogar Ausgleichszahlungen. Doch ärgerlich sind weiträumige Umleitungen auf jeden Fall. „Es ist mit Theater zu rechnen“, hieß es in der FBB.

Dabei ist das Ganze nur ein Vorgeschmack auf die Zukunft: Wenn Tegel schließt und der BER der einzige Flughafen in der Region ist (voraussichtlich 2017), werden nächtliche Linienflüge in Berlin generell nicht mehr möglich sein.



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