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Unterrichtsausfall am Mittwoch und Donnerstag: Berliner Lehrer streiken wieder

Die angestellten Lehrer fordern, ihren verbeamteten Kollegen gleichgestellt zu werden - hier bei einer Demonstration im Mai 2013.

Die angestellten Lehrer fordern, ihren verbeamteten Kollegen gleichgestellt zu werden - hier bei einer Demonstration im Mai 2013.

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picture alliance / dpa

Am Mittwoch und Donnerstag treten die angestellten Lehrer in Berlin erneut in den Streik. Eltern reagieren zunehmend gereizt, denn es handelt sich bereits um den 16. und 17. Streiktag innerhalb eines guten Jahres. „Wir brauchen endlich eine Schlichtungsstelle, die den Konflikt entschärft“, forderte am Montag Lieselotte Stockhausen-Doering, die Vorsitzende des Landeselternausschusses. „Es bewegt sich nichts, es fällt nur immer mehr Unterricht aus.“ Die 9000 angestellten Lehrer wollen beim Nettogehalt eine Angleichung an die Gehälter der 20.000 verbeamteten Lehrer.  An der Reinhardswald-Grundschule in Kreuzberg haben die verbeamteten Lehrer nun in einem offenen Brief mitgeteilt, dass sie sich  diese Woche nicht als „Streikbrecher missbrauchen“ lassen wollen. „Sollte es notwendig sein, betreuen wir zwar Kinder in den bestreikten Unterrichtsstunden, übernehmen aber keinen Vertretungsunterricht“, heißt es in dem Brief, den fast das gesamte Kollegium unterschrieben hat.  So ist die Stimmung an vielen Schulen.

Abwanderung in andere Länder

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) plant am Mittwoch eine Kundgebung am kreisrunden Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg. Das Motto: „Wir drehen uns im Kreis“. Am Donnerstag  ist eine Abschlusskundgebung vor dem Sitz von  Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) geplant. Nußbaum lehnt es ab, mit der GEW über einen Tarifvertrag auf Landesebene zu verhandeln. Er strebt eine bundesweite Einigung mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL)an. Zuletzt streikten über 2000 angestellte Lehrer, Beamte dürfen nicht streiken.

Einige Jungpädagogen sind in andere Bundesländer abgewandert, wo sie verbeamtet werden und netto mehr verdienen. Berlin verbeamtet seit 2004 nicht mehr und steht  2014 vor der Herausforderung, gut 2000 neue Lehrer einzustellen. Händeringend versucht die Bildungsverwaltung derzeit, den Bedarf zu decken.

Die in der Initiative „Bildet Berlin!“ organisierten angestellten Lehrer denken offenbar auch daran, die zentralen Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss und zum Abitur im Frühjahr zu stören. Auf der Facebook-Seite von „Bildet Berlin!“ war am Sonntag ein vermummter Aktivist zu sehen, hinter ihm ein  Banner mit der Aufschrift „Niemand hat die Absicht, eine Prüfung zu bestreiken!“. Eine Anspielung auf die Worte des DDR-Parteichefs Walter Ulbricht kurz vor dem Mauerbau. Später verschwand das Foto von der Homepage. „Das war kein offizielles Statement, der historische Bezug missverständlich“, sagte Florian Bublys, Sprecher der Initiative.



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