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Unterschriftenaktion: Junglehrer fordern gerechte Bezahlung

Widerständig: Junglehrer Florian Bublys.

Widerständig: Junglehrer Florian Bublys.

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Markus Wächter

Berlin -

Zentrale Forderung der Junglehrer-Initiative ist, das Nettogehalt der angestellten Junglehrer an das der Beamten anzugleichen. „Im Vergleich zu den älteren, verbeamteten Kollegen werden wir während unserer Lebensarbeitszeit zwei komplette Jahresnettogehälter weniger verdienen“, sagt Florian Bublys, Sprecher der Initiative und Biologie- und Politik-Lehrer an einem Gymnasium in Tiergarten. „Dabei sollte doch das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit gelten.“ Das Grundproblem: Berlin verbeamtet seit 2004 seine Lehrer nicht mehr, sondern beschäftigt sie als Angestellte.

Da die älteren, verbeamteten Kollegen anders als die Angestellten keine Sozialabgaben zahlen, haben sie netto durchschnittlich etwa 500 Euro mehr im Monat. „Es demotiviert einfach, wenn alle anderen, die gerade im Lehrerzimmer sitzen, besser gestellt sind als man selbst“, sagt Bublys, 34. Ihm geht es aber nicht nur um das Nettogehalt. Auch die Altersbezüge der verbeamteten Lehrer fallen höher aus als die der Angestellten. Und im Krankheitsfall bekommen die Beamten ihr volles Gehalt über Jahre, während die Angestellten nur bis zur 39. Woche einen Zuschlag erhalten. Selbst wenn Angestellte an Schulen Leitungsposten besetzen wollen, sind sie schlechter bezahlt.

Es geht um viel Geld

Um die Abwanderung von Junglehrern zu verhindern, zahlt man ihnen seit 2009 schon bei Berufseinstieg das Höchstgehalt von gut 4.200 Euro brutto. „Aber diese Regelung ist jederzeit kündbar und obendrauf kommt dann nichts mehr“, kritisiert Bublys. Aber seien in der Hartz-IV-Hauptstadt Berlin nicht viele neidisch auf Gehalt und die De-facto-Unkündbarkeit der Lehrer? „Einen Lehrer mit seiner Ausbildung kann man nicht ohne Weiteres mit einer Angestellten bei Reichelt oder mit einer Kita-Erzieherin gleichsetzen“, sagt Junglehrer Bublys, der sein Staatsexamen mit der Note 1,0 abgelegt hat.

GEW-Landeschefin Sigrid Baumgardt schlug jüngst noch einmal vor, dass die Angestellten bei gleichem Lohn wöchentlich zwei Stunden weniger unterrichten. Außerdem sollten Berufseinsteiger zunächst nur noch in die dritthöchste Gehaltsstufe kommen, dieser Anspruch könne dann anders als die jetzige Praxis tariflich abgesichert werden. Das aber lehnt Bublys Initiative ab. Denn eines ist klar: Es geht um viel Geld.

Neben der Initiative „Bildet Berlin!“, die nicht zwingend zur Verbeamtung zurück will, gibt es noch die Initiative „Verbeamtung jetzt!“ um den Gymnasiallehrer Torsten Ulrich. Der sieht die Rückkehr zur Verbeamtung als kostengünstiger an. Und es gibt noch eine Initiative am Beethoven-Gymnasium in Lankwitz, die von Elternvertretern unterstützt wird.