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Verhüllt mit DDR-Produkt: Der Terrorverdächtige und sein Äffchen-Handtuch

Äffchen, Elefanten und ein Löwe sind auf dem Handtuch zu sehen.

Äffchen, Elefanten und ein Löwe sind auf dem Handtuch zu sehen.

Foto:

dpa

Die Öffentlichkeit weiß nicht, wie der Tatverdächtige Saddek K. aussieht – sein orangefarbenes Handtuch kennt nun aber ganz Deutschland. Es war groß im Bild, als K. am Donnerstag in seiner Wohnung in der Kreuzberger Waldemarstraße von der Polizei abgeführt wurde. Will ein Tatverdächtiger vor den Blicken der Öffentlichkeit geschützt werden, dann müssen die Polizisten das gewährleisten. Sie sind verpflichtet, den Tatverdächtigen vor neugierigen Blicken und Fotografen schützen.

Wem das Kinderhandtuch gehört, das vermutlich aus DDR-Produktion stammt, ist unklar. Sicher ist jedoch, dass die Polizei nicht die Eigentümerin ist. Sollte ein Tatverdächtiger auf Verhüllung bestehen und somit anonym bleiben wollen, ist er nämlich selbst verpflichtet, für seine Vermummung zu sorgen. Das Handtuch, mit dem Saddek K. verhüllt wurde, stammt somit höchstwahrscheinlich aus dem Privatbesitz des Verhafteten.

Made in GDR

Ähnliche Handtücher wurden zu DDR-Zeiten in einem Betrieb im Wintersportort Klingenthal in Sachsen produziert. Diese Handtücher sind heute noch im Umlauf – das letzte wurde am 14. November 2015 im Internetauktionshaus Ebay zur Versteigerung angeboten und gegen 19 Uhr für rund zehn Euro verkauft. Plus 2,50 Euro Versand. Ein stolzer Preis für ein doch altmodisch anmutendes Design.

Hätte am Donnerstag kein Handtuch zur Verfügung gestanden, hätte man dem Mann ein Kleidungsstück oder eine Decke übergeworfen. Eine spezielle Vorschrift für die Vermummung eines Tatverdächtigen gibt es nämlich nicht. Auch in diesem Fall hätte die Berliner Polizei auf die Kleidungsstücke aus dem Besitz des Tatverdächtigen zurückgegriffen.

Die Polizei stürmte die Wohnung des Islamisten, weil er verdächtig ist, Mitglied einer islamistischen Terrorzelle zu sein. Der Haftgrund für die Festnahme des Algeriers lautet jedoch auf Urkundenfälschung – Saddek K. soll Pässe und andere amtliche Dokumente gefälscht haben.


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