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Bundespreis Ecodesign: Neue Chance für Radbahn unter der U1?

Radweg unter der U 1: Der Senat ist skeptisch. Der Weg unter dem Viadukt sei teilweise zu schmal, für die Kanalüberquerungen gebe es keine Lösungen. Es sei schwierig, die Route auf dem Mittelstreifen mit anderen Radtrassen zu verbinden.

Radweg unter der U 1: Der Senat ist skeptisch. Der Weg unter dem Viadukt sei teilweise zu schmal, für die Kanalüberquerungen gebe es keine Lösungen. Es sei schwierig, die Route auf dem Mittelstreifen mit anderen Radtrassen zu verbinden.

Die Preisträger reagierten mit einem ungewöhnlichen Wort der Freude. „Woooohoooo“, schrieben sie bei Facebook. „Die Radbahn wurde soeben mit dem Bundespreis Ecodesign in der Kategorie Konzept ausgezeichnet.“ Und fügten auf Englisch hinzu: „Wir sind die stolzen Gewinner.“ Mag ihr Plan für einen überdachten Radweg quer durch Berlin im Senat auch auf Ablehnung stoßen – die Jury für den Bundespreis zeigte sich angetan.

Neun Kilometer Erlebnis

Das Berliner Team war eine von acht Gruppen, denen die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und die Präsidentin des Umweltbundesamts Maria Krautzberger gratulierten. „Mit dem Preis werden Produkte, Dienstleistungen und Konzepte ausgezeichnet, die sowohl ökologisch als auch ästhetisch herausragen“, so die Behörde.

Bei der Radbahn handelt es sich um eine rund neun Kilometer lange Radwegverbindung, die vom Bahnhof Zoo zur Warschauer Brücke führen soll – durch Schöneberg, den Park am Gleisdreieck, Kreuzberg. Die Radlerroute soll auf weiten Strecken unter dem Hochbahnviadukt der U-Bahn-Linie U 1 verlaufen.

„Das Projekt macht die Fortbewegung mit dem Rad erlebnisreicher und sicherer, zudem stärkt das grüne Wahrzeichen Berlins Selbstverständnis als Fahrradstadt“, hieß es in der Projektvorstellung für den Bundeswettbewerb. „So wird ein bedeutender Beitrag zur Verringerung von Kohlendioxid in den angrenzenden Kiezen geleistet.“ Rund 80 Prozent des Weges seien vorhanden. Für den Rest (zum Beispiel die Überquerungen des Landwehrkanals) gebe es Konzepte.

„Dieses Projekt ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie in bestehenden, aber bislang ungenutzten Ressourcen im urbanen Raum neues Potenzial erkannt und in ein öko-freundliches Gesamtkonzept eingebunden wird“, stellte die Jury fest. Die Umwelt- und Designexperten der Jury mussten zunächst unter 288 Einsendungen auswählen. Davon wurden schließlich 33 Projekte für die Endauswahl nominiert.