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BVG-Sanierung : Die U 8 fährt wieder bis zur Hermannstraße

U8-Bahnhof Boddinstraße – neu und hell. Der alte Fahrtrichtungsanzeiger bleibt erhalten.

U8-Bahnhof Boddinstraße – neu und hell. Der alte Fahrtrichtungsanzeiger bleibt erhalten.

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Berliner Zeitung/Paulus Ponizak

Ein Jahr musste der Bahnhof Boddinstraße als provisorische Endstation der Linie U8 herhalten – an diesem Montag ist damit Schluss. Pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres fahren die Züge wieder bis Hermannstraße durch. Das war ein Etappenziel der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).

Zwar sind längst nicht alle Arbeiten abgeschlossen und der Bahnhof Hermannstraße noch eine Großbaustelle, zumindest aber ist die Verbindung zum südlichen Berliner S-Bahnring wieder hergestellt. Das bringt Zehntausenden Berlinern Erleichterungen auf dem Weg zur Arbeit oder in die Schule. Außer der BVG hat auch die S-Bahn ihren Terminplan eingehalten: Nachdem auf der Stadtbahntrasse Gleise erneuert wurden, fahren ab Montag zwischen Ostbahnhof und Friedrichstraße nun auch wieder S-Bahnen.

Denkmalgerechte Sanierung

Auf dem U-Bahnhof Boddinstraße konnten die Fahrgäste schon lange den Fortschritt bei der Sanierung beobachten. Die Decken sind hell gestrichen, die Lampen neu, die Säulen auf dem Bahnsteig wurden wieder mit blauen Fliesen verkleidet. Am deutlichsten wird die Neugestaltung hinter den Gleisen. Statt der Werbetafeln schmücken dort bereits die ersten historischen Bilder die hellblaue Kachelwand. Die Fotos in Schwarz-Weiß zeigen das Neukölln der 1920er-Jahre etwa die Schiller-Promenade und die Hermannstraße. Ähnlich ist das Konzept für den Bahnhof Leinestraße zwischen den dort grünen Kacheln.

Seit August 2013 hat die BVG die beiden gut 85 Jahre alten und denkmalgeschützten U-Bahnhöfe erneuert. „Wir wissen, dass wir unseren Fahrgästen auf der U8 viel abverlangt haben“, sagt Uwe Kutscher, Bauabteilungsleiter der BVG. Während es an der Boddinstraße keine Probleme gab, waren die Schäden im Bahnhof Leinestraße groß. Beim U-Bahnbau wurde 1929 offenbar zum Teil nur minderwertiger Beton verwendet. Weil auch Schäden im Tunnel festgestellt wurden, musste die BVG den U-Bahn-Verkehr vor einem Jahr unterbrechen.

Baupfusch musste auch am U-Bahnhof Hermannstraße beseitigt werden, der erst 1996 eröffnet wurde. Eigentlich sollten nur ein paar heruntergefallene Fliesen wieder angeklebt werden. Untersuchungen brachten dann aber Bausünden zutage: Für die Fliesen wurde offenbar minderwertiger Kleber verwendet, Stützen und Decken mussten saniert, teilweise sogar erneuert werden. Welche Firma damals geschlampt hat, lässt sich heute nicht mehr klären.

13,5 Millionen Euro kostet die Sanierung

13,5 Millionen Euro kostet die Sanierung der Bahnhöfe. An der Leinestraße wird der neue Aufzug im Dezember fertig. Voraussichtlich bis Oktober wird noch am Bahnhof Hermannstraße gearbeitet. Daher geht dort nur ein Gleis in Betrieb, in der Hauptverkehrszeit fährt jeder zweite Zug (alle zehn Minuten) bis zur Endstation durch, die anderen kehren weiter Boddinstraße um.

Von dem Großstadt-Dschungel – unter diesem Motto gestaltet die BVG den Bahnhof Hermannstraße modern um – ist aber noch nichts zu sehen. Auf den Stützen sollen künftig Wildtiere wie Tapir oder Leopard abgebildet werden. Zugleich soll der Bahnhof sicherer werden: „Die Treppenführung wird komplett verändert. Es wird keine unübersichtlichen Ecken mehr geben“, sagt BVG-Sprecher Markus Falkner.