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E-Mobilität bei der BVG: Wo Berlins erste Elektrobusse fahren

Schluss mit brummig: Bald surren auf der Linie 204 Elektrobusse.

Schluss mit brummig: Bald surren auf der Linie 204 Elektrobusse.

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Berlin -

Sie sind leise, abgasfrei und werden tagsüber ohne Stecker aufgeladen – wie elektrische Zahnbürsten. Mitte 2015 könnte die erste neue Elektrobuslinie der Stadt in Betrieb genommen werden, kündigten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Dienstag an. Es zeichnet sich ab, dass als Erstes eine Strecke im Westen umgestellt wird. Wie berichtet schlägt die BVG die Linie 204 vor, die den Bahnhof Zoo mit dem Bahnhof Südkreuz verbindet. Ursprünglich sollte die Linie 192 (Marzahn – Friedrichsfelde Ost) den Anfang machen. Doch der Bund, der den Test finanziell fördert, hatte gegen die Strecke im Osten Bedenken.

Sind Elektrobusse weniger sichtbar, nur weil sie außerhalb der Westbezirke und des Zentrums fahren? Bleiben sie außerhalb des Blickfelds der Experten, wenn sie über die Straße Alt-Friedrichsfelde und die Allee der Kosmonauten rollen? Offenbar – wenn es nach den Argumenten geht, die aus dem Bundesverkehrsministerium zu hören sind.

Die Verantwortlichen des Projekts „Schaufenster Elektromobilität“ wünschten eine Linienführung, die eine „hohe Sichtbarkeit und damit einen langfristigen Mehrwert als Demonstrationsprojekt“ hat, teilte eine Sprecherin mit. Die Linie 192 im Osten, so ist daraus zu schließen, erfüllt die Anforderung nicht.

„In der Mitte der Gesellschaft“

„Man bekommt den Eindruck, als würde sie durch Sibirien führen“, sagte ein Beobachter. Dabei hat die BVG für die 9,8 Kilometer lange Nord-Süd-Route, auf der die Busse pro Jahr 3,4 Millionen Kilometer zurücklegen, gute Argumente. So liege der Betriebshof Lichtenberg, dessen Personal mit Bussen und mit elektrischen Straßenbahnen Erfahrung hat, nahebei. Wenn einer der Strombusse vom Typ Solaris Urbino 12 electric ausfällt, könne schnell ein Dieselbus als Ersatz geholt werden.

Die Linie 204 birgt dagegen Probleme. Der nächste Straßenbahn-Betriebshof ist weit weg. Auch gehört der Vorplatz am Südkreuz der Deutschen Bahn, die kein einfacher Verhandlungspartner sei, und er besteht aus Beton – was den Einbau der von Bombardier produzierten Aufladetechnik verteuern könnte.

Trotzdem soll der Testbetrieb auf dieser Strecke starten, voraussichtlich mit fünf Bussen, wie BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta sagte. Nach einem Jahr, wenn das vom Bund geförderte Projekt zu Ende gegangen ist, wird er für die nächsten sieben Jahre zur 192 verlagert. Das sei beim Bund beantragt worden, teilte sie mit. Die doppelte technische Ausrüstung verursache nur wenige Zusatzkosten, sagte ein Beteiligter.

Ursprünglich sollte der Strombetrieb in Berlin schon dieses Jahr beginnen – auf der Linie 147 zwischen Ost- und Hauptbahnhof. Dies hatte der Bund Anfang 2013 bewilligt. Doch weil es dort Bauarbeiten gibt, änderte die BVG ihren Plan.

Die landeseigene Agentur für Elektromobilität begrüßte den Plan, den E-Busbetrieb auf der Linie 204 zu beginnen. Die Strecke verbindet zwei Verkehrsknoten miteinander, sagte Sprecher Jörg Welke. Sie diene damit dem Ziel. Verkehrsträger mit innovativer Technik intelligent zu vernetzen. „Auf der Linie 204 wird das Thema auch in der Öffentlichkeit sichtbar und für Endkunden physisch erfahrbar. Es kommt also in der Mitte der Gesellschaft an.“


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