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Mehr Platz für Velotouristen: Deutsche Bahn baut Waggons zu Fahrradwagen um

Alle Regionalzüge, die in Berlin halten, nehmen Fahrräder mit. Doch nicht immer verläuft ein Ausflug mit dem so einfach.

Alle Regionalzüge, die in Berlin halten, nehmen Fahrräder mit. Doch nicht immer verläuft ein Ausflug mit dem so einfach.

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imago/ecomedia/robert fishman

Von Chaos zu sprechen, wäre eine Untertreibung. Weil immer mehr Touristen und Ausflügler ihre Fahrräder mitnehmen, sind Regionalverkehrszüge oft überfüllt. Nun hat die Deutsche Bahn (DB) angekündigt, dass sie auf zwei stark genutzten Strecken von Berlin an die Ostsee zusätzliche Kapazitäten schafft. Dort setzt sie künftig erstmals Fahrradwagen ein: umgebaute Doppelstockwagen, in deren Unterdecks alle Sitzbänke entfernt wurden. In wenigen Monaten beginnt der Betrieb, kündigte Renado Kropp von der DB am Freitag an. Dies ist eine von mehreren Verbesserungen, die nach dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember verwirklicht werden. Kropp gab einen Überblick.

Mehr Platz fürs Velo: Die Fahrradwagen, die im Unterdeck jeweils mehrere Dutzend Zweiräder aufnehmen können, werden auf den Regionalexpresslinien RE 3 nach Stralsund und RE 5 nach Rostock eingesetzt – als fünfter Wagen in jedem durchgehenden Zug über Berlin. „Sie werden von April bis Ende Oktober fahren“, so Kropp. „Ein echter Qualitätssprung.“ Auch für die Reisenden gibt es auf den Ostsee-Strecken Neues: modernisierte Wagen, klimatisiert, mit Laptopsteckdosen. Ursprünglich sollten nach Rostock neue Twindexx-Vario-Doppelstockzüge rollen. Doch der Hersteller Bombardier hat Probleme und kann frühestens im Sommer 2016 liefern.

Direkt in den Müritz-Nationalpark: Der Regionalexpress RE 5, der täglich alle zwei Stunden über Berlin nach Rostock verkehrt, hält ab 14. Dezember in einem der schönsten Naturreservate. Der Bahnhof Kratzeburg liegt im Müritz-Nationalpark, Rad- und Wanderwege starten dort.

Mehr Billigzüge: 29,90 Euro kostet eine Hin- und Rückfahrt im Interregio-Express (IRE), der zwischen Berlin, Salzwedel, Lüneburg und Hamburg unterwegs ist. Nun wird es vom 14. Dezember an ein zweites Zugpaar geben, und die Fahrzeit zwischen Berlin und Hamburg wird auf weniger als drei Stunden verkürzt. Damit macht die DB nicht nur Bussen Konkurrenz. Kropp: „Der IRE bietet sich auch für einen Ausflug an“ – etwa in die Lüneburger Heide.

Mehr Züge für Pendler: Zwischen Berlin, Eberswalde und Prenzlau fährt die DB ab Mitte Dezember öfter. Im Berufsverkehr und spätabends gibt es zusätzliche Züge – zum Teil auch mit Halt in Biesenthal, wo es ebenfalls imehr Bedarf gibt. Die Regionalbahnen Berlin–Eberswalde bestehen nicht mehr aus kleinen Dieseltriebwagen, sondern aus Elektrotriebzügen (Linie RB 24) mit jeweils fünf Wagen. Folge: mehr Sitzplätze.

Mehr S-Bahn-Fahrten: „Die Fahrgastzahlen steigen, und Gewohnheiten ändern sich. Dem wollen wir Rechnung tragen“, so S-Bahn-Chef Peter Buchner. Auf Teilen der Linien S 1, S 2 und S 7 wird der Zehn-Minuten-Takt am Abend verlängert. Auf der Stadtbahn, der Ost-West-Trasse im Zentrum, werden „Taktlücken“ beseitigt. Siebenminütige Verkehrspausen gibt es ab Mitte Dezember sonnabends nicht mehr, weil mehr Züge rollen. Für Verbesserungen am Sonntag steht die Zustimmung des Verkehrsverbunds noch aus. Um die Pünktlichkeit zu erhöhen, erhalten die S 1 und S 2 neue Fahrpläne.



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