blz_logo12,9

Sanierung bei der BVG in Berlin: Diese elf U-Bahnhöfe will die BVG verschönern

U-Bahnhof Friedrich-Wilhelm-Platz - auch auf dem Sanierungsplan.

U-Bahnhof Friedrich-Wilhelm-Platz - auch auf dem Sanierungsplan.

Foto:

imago/Schöning

Jetzt wird aufgeräumt. Egal, ob es sich um Pressspan- und Zementfaserplatten, Blechverkleidungen oder alte Fliesen handelt, die nur noch aus Gewohnheit hängen: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) entrümpeln mehrere U-Bahnstationen. Andere werden der steigenden Nachfrage und neuen Sicherheitsregeln angepasst. Selten hat die BVG so viele Bahnhofsprojekte in einem Jahr in Angriff genommen. Am Donnerstag stellte Bauchef Uwe Kutscher elf Bauvorhaben vor (Power-Point-Präsentation), von denen die meisten 2015 starten sollen. Insgesamt gibt es 173 U-Bahnhöfe.

Als der Bauingenieur vor kurzem sein Programm für dieses Jahr aufschrieb, war er überrascht, wie viele Projekte da auf dem Papier standen. „Insgesamt geht es um 70 Millionen Euro, die wir größtenteils aus Eigenmitteln bestreiten“, sagte er. Warum werden jetzt so viele Sanierungen begonnen? Uwe Kutscher: „In den vergangenen Jahren sind einige Projekte zäh vorangegangen. Wir schieben eine Bugwelle vor uns her.“

Genehmigung nach drei Jahren

Ein Beispiel sei der Umbau des U-Bahnhofs Rudow, der breitere Zugänge braucht. Er ist der künftige Flughafenbahnhof der BVG, an dem Fahrgäste von der U7 zum BER umsteigen werden. Erst nach drei Jahren lagen alle Genehmigungen vor. Lange stritt sich die BVG mit dem Bezirk um drei Bäume, die gefällt werden sollten, um die Haltestelle für die Busse nach Schönefeld großflächig überdachen zu können. Die BVG unterlag. „Nun wird das Dach nur 100 Quadratmeter groß – klein für die vielen Umsteiger zum BER“, so Kutscher. Probleme gab es auch mit einem Supermarktbetreiber, der sich weigerte, einen Teil seines Rasens für einen Zugang herzugeben.

Im Fall des U-Bahnhofs Friedrich-Wilhelm-Platz an der U9 ist der Streit noch im Gange. Dort will die BVG einen Aufzug zu einer Mittelinsel der Bundesallee bauen. Ohne eine Fußgängerampel wäre er aber sinnlos – doch die Verkehrslenkung Berlin lehnt sie ab, weil der Autoverkehr gestört würde, klagte Kutscher. Er ist den Ärger leid: Im Herbst 2015 beginnt die Bahnhofssanierung, der Aufzug kommt dann irgendwann.

In den nächsten Jahren stehen weitere Projekte an. So entscheidet der BVG-Aufsichtsrat am 27. April, ob im U-Bahnhof Schloßstraße (U 9) die beiden Bahnsteigebenen bleiben – oder ob es nur noch eine geben soll. Erste Sanierungsarbeiten sind noch für 2015 geplant. So werden Kunststoffteile aus früheren Jahrzehnten, die bei einem Brand schädliche Gase absondern würden, durch sicherere Materialien ersetzt. Auch der U-Bahnhof Zoo steht auf der Liste – für 2018 oder 2019. Er soll breitere Ausgänge bekommen.

Um neue unterirdische Bauten muss sich die BVG ebenfalls kümmern, zum Beispiel um die Station Brandenburger Tor, die erst 2009 eröffnet wurde. Dort tröpfelt Grundwasser durch undichte Fugen.