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Stadler in Pankow: Teure S-Bahn sichert Berliner Arbeitsplätze

Markante Front: So sollen die neuen S-Bahnen von vorn aussehen.

Markante Front: So sollen die neuen S-Bahnen von vorn aussehen.

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Stadler Pankow Gmbh/ Design: Büro+Staubach Berlin

Billig sind die neuen Berliner S-Bahn-Züge nicht. Doch die Verantwortlichen halten den relativ hohen Preis, rund 900 Millionen Euro für?382?Wagen, für angemessen.

„Bei der Anschaffung hätte ein dreistelliger Millionenbetrag gespart werden können. Dann aber wäre der Auftrag ins Nachbarland gegangen“, sagte Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD). „Es war uns wichtig, dass der volkswirtschaftliche Nutzen in Deutschland bleibt.“ Anstatt in Polen würden nun in Berlin Arbeitsplätze gesichert, weil die 106 Züge bei Stadler in Pankow montiert werden?– mit Motoren, Bremsen und anderen Teilen, die von Siemens kommen.

„Unsere Firmen sind in Berlin tief verwurzelt. Dies wird eine S-Bahn aus Berlin für Berlin“, sagte Jochen Eickholt, Chef der Siemens-Division Mobility. Im Rennen um den Auftrag der Deutschen Bahn hatten sich Stadler und Siemens durchgesetzt.

Garantiert winterfest

Die Anforderungen sind hoch, sagte S-Bahn-Chef Peter Buchner. „Wir haben darauf geachtet, dass die Fahrzeuge auf Zuverlässigkeit getrimmt werden.“ Weil viele Komponenten mehrfach eingebaut werden, sind die Reserven so groß, dass bei einem Ausfall weitergefahren werden kann. Damit Schnee und Eis nicht zu Ausfällen führen, wird die Elektronik von der Kühlluftführung getrennt – ein Prinzip, das sich bei den Siemens-Zügen in Oslo bewährt.

Jedes Wagenpaar wird über eine Magnetschienenbremse verfügen, die auch bei feuchtem Wetter gut funktioniert. Eine Neuheit für die Berliner S-Bahn ist die Klimatisierung, für die eine aufwendige Lösung nötig ist, damit die Wagen nicht zu hoch werden. Teile der Anlagen werden in der Decke angebracht, andere unter dem Boden.

Wie berichtet, entfallen bei der neuen S-Bahn auf jeden Sitzplatz Kosten von fast 52.000 Euro. Bei der neuen Stuttgarter S-Bahn sind es 31.000, bei der neuen Hamburger S-Bahn nicht einmal 29.000 Euro.


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