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Unfälle auf der A10: Lkw kracht auf Bus - 16 Kinder verletzt

Wieder ist die Feuerwehr im Dauereinsatz (Archivbild).

Wieder ist die Feuerwehr im Dauereinsatz (Archivbild).

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Thomas Schröder

Auf dem Berliner Ring hat es am Montag zwei schwere Unfälle gegeben. Um 10 Uhr fuhr am Autobahndreieck Barnim ein Lkw ungebremst in ein Stauende. Der Lastwagen prallte auf einen Bus, in dem 51 Schüler und fünf Betreuer aus einer Schule im Kreis Märkisch Oderland saßen. Die beiden Schulklassen hatten kurz vor den Sommerferien einen gemeinsamen Wandertag.

Nach Angaben eines Sprechers der für Brandenburg zuständigen Polizeidirektion Ost klagten nach dem Unfall 14 Kinder über Kopfschmerzen. „Sie wurden vorsorglich in umliegende Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg gebracht“, sagte er.

Die Fahrerin des Lkw wurde bei dem Unfall eingeklemmt und musste von der Feuerwehr aus dem Fahrzeugwrack herausgeschnitten werden. Ein Rettungshubschrauber flog sie ins Unfallkrankenhaus Berlin in Marzahn. Die unverletzten Kinder wurden mit einem Ersatzbus wieder nach Hause gebracht. Wegen der Unfallaufnahme und der Bergung musste die Autobahn am Dreieck Barnim zeitweise voll gesperrt werden. Stundenlang kam es zu massiven Behinderungen.

Tanklaster stürzt von der Autobahn

Verursacht hatte den Stau ein Lastwagen, der am Morgen im Berliner Ortsteil Buch verunglückt war. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers hatte der Lkw 6 000 Liter Natronlauge geladen. Das Natriumhydroxid (Ätznatron) wird unter anderem zum Reinigen von Abflüssen benutzt. Aus noch unbekannter Ursache hatte der Richtung Hamburg fahrende Lkw gegen 6.50 Uhr im Stadtteil Buch eine Leitplanke der Autobahn durchbrochen. Er rutschte anschließend die Straßenböschung hinunter, überschlug sich und kam auf der Seite zum Liegen. Der Fahrer wurde schwer verletzt und kam ins Krankenhaus Buch.

Für die Umwelt bestand laut Feuerwehr höchste Gefahr. Einer der beiden Tanks war undicht geworden. Die Feuerwehrleute mussten die Flüssigkeit auffangen und konnten nach Angaben des Sprechers verhindern, dass der Stoff das Erdreich kontaminierte. Der Technische Dienst der Feuerwehr rückte in Vollschutzmontur an. Experten des Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS), die von Unternehmen der chemischen Industrie gestellt werden, berieten die Feuerwehr bei ihren Arbeiten.

Stau behindert Helfer

Die Autobahn musste zeitweise in beiden Richtungen gesperrt werden. Dadurch kam es zu einem langen Rückstau. Später konnten die Gegenfahrbahn und eine Fahrspur in Richtung Hamburg wieder freigegeben werden.

Die Firma des verunglückten Tanklastzugs schickte ein weiteres Fahrzeug, in das die Lauge umgepumpt werden sollte. Doch die Anfahrt verzögerte sich. Das Fahrzeug, das aus Ludwigsfelde kam, stand im Stau, der durch den umgestürzten Tanklaster sowie durch den Busunfall am Dreieck Barnim verursacht worden war.

Nach vielen Stunden, am Nachmittag, waren die Chemikalien umgepumpt. Die Feuerwehr richtete den umgekippten Tanklastzug mit einem schweren Kran auf.

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