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Warnemünde-Express: Zug von Berlin an die Ostsee soll doch fahren

Der Bahnhof in Warnemünde ist vielleicht auch in Zukunft per Express-Verbindung von Berlin aus zu erreichen.

Der Bahnhof in Warnemünde ist vielleicht auch in Zukunft per Express-Verbindung von Berlin aus zu erreichen.

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imago/Bildwerk

Zum bevorstehenden Fahrplanwechsel gibt es eine gute Nachricht: Ein von vielen Berlinern genutzter Ausflugszug an die Ostsee wird vermutlich doch nicht eingestellt. Die Deutsche Bahn (DB) hat ein Konzept vorgelegt, wonach der Warnemünde-Express erhalten bleibt. Danach könnte es die Direktverbindung zumindest vom 3. April bis 1. November an den Wochenenden wieder geben: morgens nach Warnemünde, abends nach Berlin zurück – gut für einen Tagesausflug. Das Land Mecklenburg-Vorpommern muss nun über das Konzept der DB entscheiden.

Als im Frühjahr bekannt wurde, dass der beliebte Ostsee-Zug nach dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember nicht mehr fahren soll, wunderten sich viele Fahrgäste. Im Sommer ist der Zug voll, Wochenend-Pendler aus Mecklenburg, Urlauber und Tagestouristen aus Berlin nutzen ihn. Als zusätzliche Kapazität wird er auf der Strecke Berlin–Rostock dringend benötigt, weil die regulären Züge den Andrang sonst kaum fassen könnten.

Trotzdem bekräftigte das Land Mecklenburg-Vorpommern, das auch diesen Regionalzug finanziert hat, mehrmals seine Einschätzung: Der Zug diene als Verbindung von und nach Berlin, er sei „wie Fernverkehr“ – und für den seien die Länder nicht zuständig. Dafür fehle Geld. Es sei ohnehin knapp – nicht zuletzt deshalb, weil die DB für den Regionalverkehr immer höhere Trassen- und Betriebskosten in Rechnung stellt.

Entscheidung liegt beim Land

Dagegen will die Bahn den Zug erhalten. Sie befürchtet, dass es in den verbleibenden Zügen noch öfter zu Überfüllung und Chaos kommen könnte. Noch mehr Fahrgäste würden auf die Busse ausweichen, die auch nach Rostock Marktanteile gewinnen. So entwickelte die DB ein Gesamtkonzept. Einer von mehreren Vorschlägen ist, den Express ans Meer künftig auf eigene Rechnung und ohne Zuschüsse zu betreiben.

Allerdings hat das Land auch in diesem Fall die Entscheidungsmacht. Auch eigenwirtschaftliche Regionalzüge müssen genehmigt werden, weil es möglich ist, dass sie dem subventionierten Verkehr Konkurrenz machen und Einnahmen schmälern können. Bei dem Fahrplaneintrag der DB handelt es sich um eine „vorsorgliche Trassenanmeldung“, erklärte Steffen Wehner, Sprecher des Infrastrukturministeriums, am Mittwoch. „Damit ist abgesichert, dass der Warnemünde-Express ab April tatsächlich fahren könnte, weil dann im betreffenden Zeitfenster keine konkurrierenden Züge verkehren werden. Noch ist aber keine Entscheidung über die Bestellung der Verkehrsleistung getroffen.“

Klar ist: Ein anderer Ausflugszug, der Ostsee-Express Berlin–Stralsund, wird auf jeden Fall 2015 nicht mehr fahren. Auch er wurde vom Land nicht mehr bestellt.