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Verkehrschaos befürchtet: Freedom Marathon findet wohl nicht statt

Start und Ziel des Halbmarathons BIG 25 im Mai ist das Berliner Olympiastadion.

Start und Ziel des Halbmarathons BIG 25 im Mai ist das Berliner Olympiastadion.

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Jürgen Engler

Es hätte das zweite große Marathon-Event des Jahres werden sollen: Neben dem klassischen Berlin Marathon im Herbst wollten viele Läufer schon im Frühjahr beim Freedom Marathon die Strecke von 42,195 Kilometern zurücklegen. Ein Teil der Einnahmen des Laufs sollte dabei an die UN-Flüchtlingshilfe gehen. Doch nun sieht es so aus, als würde die Veranstaltung platzen. Denn die Verkehrslenkung Berlin wird dem Veranstalter wohl die Genehmigung versagen.

"Im Schreiben an den Veranstalter steht erst einmal, dass die Erlaubnis für den Marathon nicht in Aussicht gestellt wird", sagt Petra Rohland, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, die der Verkehrslenkung übersteht. Das bedeute zwar noch keine endgültige Absage, sei aber bereits ein Indikator für die Richtung, in die die Entscheidung höchstwahrscheinlich ausfallen wird. "Wir haben den Brief schon vorab rausgeschickt, um Enttäuschungen vorzubeugen", so Rohland.

"Nicht zuzumuten"

Der Freedom Marathon sollte im Rahmen des jährlichen Halbmarathons BIG 25 am 15. Mai starten. Die Halbmarathon-Strecke führt vom Olympiastadion über Kaiserdamm, Bismarckstraße, Straße des 17. Juni und Unter den Linden zum Gendarmenmarkt. Von dort geht es über Leipziger Straße, Tiergartenstraße, Kurfürstendamm, Kantstraße und Theodor-Heuss-Platz zurück zum Olympiastadion. Die Läufer sollten diese Route zweimal zurücklegen, um auf die Marathon-Distanz zu kommen.

Genau diese Verdoppelung der Strecke führt zu dem Problem, das die Verkehrslenkung nun sieht: "Die Straßen wären dann nicht mehr für rund zwei Stunden gesperrt, sondern für vier bis fünf Stunden", sagt Rohland.

Am betreffenden Pfingst-Wochenende kämen traditionell viele Besucher ist der Stadt, auch das Areal um den Busbahnhof sei vom Halbmarathon betroffen. Zudem sorge in Kreuzberg der Karneval der Kulturen für weiträumige Sperrungen. "Insgesamt wären die Folgen des 42-Kilomter-Laufs für den Verkehr der Stadt nicht zuzumuten." Der BIG-25-Halbmarathon sei aber nicht gefährdet, so die Sprecherin.

Widerspruch möglich

Der Marathon-Veranstalter erfuhr aus der Presse von dem Absage-Schreiben, die Zeitung B.Z. berichtete in ihrer Montagsausgabe darüber. "Noch haben wir das Schreiben nicht vorliegen", sagt Claus Frömming. Er ist Pressesprecher der Golazo Sports GmbH, die sich früher "Berlin läuft" nannte und den Marathon organisiert. "Wenn der Brief hier ist, werden wir die Gründe prüfen und gegebenenfalls juristisch Widerspruch einlegen."

Frömming und das Organisations-Team waren nach Gesprächen mit der Verkehrslenkung im Winter zuversichtlich gewesen, ihre Laufveranstaltung ausweiten zu können - so zuversichtlich, dass sie bereits die Anmeldung zum Freedon Marathon eröffneten. "Bisher haben sich mehrere hundert Menschen dafür registriert", sagt Frömming.

Wenn der Lauf wirklich ausfallen müsse, werde man sich kulant zeigen. "Die Teilnehmer können ihre Startgebühr zurückbekommen oder auf den Halbmarathon umschwenken und sich die Preisdifferenz auszahlen lassen." Auch eine Ersatz-Spende für die Flüchtlingshilfe will das Unternehmen leisten. Noch sei das aber nicht spruchreif, sagt Frömming. "Erst einmal prüfen wir jetzt alles."