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Verschiebung BER-Eröffnung: Bedenken gegen Ausbau des Flughafens

BER-Koordinator Bretschneider will keine Umplanung beim neuen Hauptstadtflughafen.

BER-Koordinator Bretschneider will keine Umplanung beim neuen Hauptstadtflughafen.

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dpa

Potsdam -

Die Forderungen nach einer raschen Erweiterung des Flughafens BER stoßen in der brandenburgischen Staatskanzlei von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) auf Skepsis. Absolut vorrangig sei es, "das System, so wie es jetzt ist, zum Laufen zu kriegen", sagte Platzecks Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider am Freitag in Potsdam. Er verwies darauf, dass die ständige Umplanung des Flughafens als eine Ursache der gravierenden Technikprobleme gelte.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin hatte vorgeschlagen, den BER noch vor der Eröffnung auszubauen und zu erweitern. Nur so ließen sich erwartete Kapazitätsprobleme vermeiden. Auch Flughafenplaner haben angesichts zuletzt stark gestiegener Passagierzahlen vor Engpässen gewarnt. Bretschneider beharrte darauf, grundsätzlich am Plan festzuhalten: "Das Ding muss laufen." Denkbar sei aber, etwa die Zahl der Gepäckbänder kurzfristig zu erhöhen.

Potsdam will stärker mitmischen

Der 64-jährige Staatssekretär soll für Platzeck, der seit Mitte Januar dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft FBB vorsitzt, alle damit verbundenen Angelegenheiten koordinieren. Bretschneider machte deutlich, dass die Staatskanzlei sich stärker um die Organisation der Geschäftsführung und der Bautätigkeit kümmern wird: "Da wollen wir schon mitreden und mitmischen." So könnte das Controlling direkt dem Aufsichtsrat unterstellt werden. Die Hauptverantwortung für den Flughafen liege aber weiterhin bei der FBB und ihren Fachleuten.

Aussagen zu einem Eröffnungstermin lehnte Bretschneider ab. Die bisherigen Informationen von der FBB zum Stand des Projekts seien "nicht solide" und ließen daher auch noch keine verlässlichen Aussagen zu. Klar sei aber, dass "Planung und Bauausführung insbesondere in der letzten Zeit fehlerhaft" waren. Das ließ sich als Kritik auch am Technikvorstand der FBB, Horst Amann, verstehen, der seit August für den Bau verantwortlich ist. Er wolle aber niemandem Schuld zuweisen, so Bretschneider.

Auch über den möglichen neuen FBB-Chef Wilhelm Bender wollte er sich nicht äußern. Nur so viel ließ sich der Koordinator entlocken: Bender sei "ein erfahrener Mann", der seine Aufgaben am Frankfurter Flughafen offenbar gelöst habe.