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Berliner Zeitung | Video zum Flashmob "Beachte mich" in Berlin-Mitte: Verkehrsclub blockiert Mollstraße mit Unfallopfern
02. December 2015
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Video zum Flashmob "Beachte mich" in Berlin-Mitte: Verkehrsclub blockiert Mollstraße mit Unfallopfern

Flashmob am Unfallschwerpunkt: Die Aktion fand an der Kreuzung Mollstraße/Otto-Braun-Straße in Mitte statt.

Flashmob am Unfallschwerpunkt: Die Aktion fand an der Kreuzung Mollstraße/Otto-Braun-Straße in Mitte statt.

Foto:

Nadine Pensold

Als die Polizei am Mittwochvormittag die Mollstraße Richtung Friedrichshain absperrte, liefen sofort einige Radfahrer auf die Fahrbahn: Den regennassen Asphalt bedeckten die Flashmobber mit großen Plastikfolien, auch wenn der Wind es ihnen an diesem Vormittag nicht gerade leicht machte.

Flashmob zeigt Unfallgefahren in Berlin auf
Berlin, 2. Dezember 2015: Mit Kunstblut, Fahrrädern und Plastikfolie haben am Mittwochvormittag rund 20 Demonstranten bei der Aktion "Beachte mich" auf die Unfallgefahr im Berliner Straßenverkehr aufmerksam gemacht.

Dann ging es los und die Initiatoren des Flashmobs winkten ihre Mitstreiter herbei. Rund 20 Teilnehmer hatten sich eingefunden. Zuerst legten sie ihre Fahrräder nieder, dann machten sie sich selbst auf der Fahrbahn lang. Einige verdrehten ihre Körper, andere schmierten sich Gesicht und Hände mit Kunstblut ein. Dann lagen die Radfahrer für einige Minuten still auf der Fahrbahn. Ein unheimlicher Anblick.

Aktion am Unfallschwerpunkt

Mit der Aktion wollte der Landesverband Nordost des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) auf die Gefahren des Berliner Straßenverkehrs aufmerksam machen: "Unser Ziel ist es, dass alle Verkehrsteilnehmer verstehen, dass es im Straßenverkehr nicht gegeneinander gehen darf, sondern es nur miteinander funktioniert", sagte Anna Fehmel vom VCD.

Für den Flashmob hatten sie sich bewusst einen Unfallschwerpunkt ausgesucht: die Kreuzung Mollstraße/Ott-Braun-Straße in Berlin-Mitte. "Alle zwei Stunden verunglückt in Berlin ein Radfahrer oder eine Radfahrerin. Im vergangenen Jahr wurden bei Verkehrsunfällen 5350 Radfahrer verletzt und zehn getötet", erklärte Eva Renzihausen, Koordinatorin der Kampagne "Miteinander unterwegs".

Gefährliches Abbiegen

Es komme oft zu gefährlichen Situationen zwischen Rad- und Autofahrern. Vor allem beim Abbiegen kann schnell etwas passieren. Allein durch Autofahrer wurden dabei im vergangenen Jahr 1600 Unfälle verursacht. "Das sind mehr als vier Unfälle pro Tag. Eine Zahl, die viel zu hoch ist", sagte Anna Fehmel. Auch ein zu geringer Sicherheitsabstand, Unachtsamkeit und der fehlende Schulterblick führten immer wieder zu Unfällen auf den Berliner Straßen.

Mit der Kampagne will der VCD auch auf die wichtigsten Verkehrsregeln hinweisen. Ein Anliegen, das auch die Berliner Polizei unterstützt. Um den Flashmob abzusichern, waren vor allem Mitglieder der Fahrradstaffel vor Ort. Die Aktion sei ganz im Sinne der Aufklärungsarbeit bei der Verkehrssicherheit, sagte einer der Polizisten.


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