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Vielfalt an deutschen Schulen: Tauchen, Tiere und Graffiti

Hühner und Eier gibt es im Zoo einer Grundschule in Buckow.

Hühner und Eier gibt es im Zoo einer Grundschule in Buckow.

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dpa/Victoria Bonn-Meuser

In keiner anderen deutschen Stadt sind so viele Schulen auf so engem Raum zu finden wie in Berlin. Da muss sich so manche Bildungsstätte schon etwas einfallen lassen, um aufzufallen. Kleine Wunder sind aber an vielen Schulstandorten zu bestaunen. So gibt es mehrere kleine Schulzoos. Die Grundschule am Sandsteinweg in Buckow bietet Hühner, Kaninchen, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Tauben, Bienenvölker und auch mehrere Pferde. Schulintern wird sogar Reitunterricht angeboten.

Auch die Gemeinschaftsschule im Grünen verfügt seit langem über eine Schulfarm mit 160 Tieren, „Knirpsenfarm“ genannt. Am Standort Malchow werden Ziegen, Schafe, Frettchen, Leguane oder auch Vogelspinnen, Schüler sorgen in den Ställen für Ordnung und Sauberkeit. Verantwortung übernehmen und mehr über Biologie erfahren sollen auch die Schüler der Weißenseer Hagenbeck-Sekundarschule, wo ebenfalls viele Tiere gehalten werden.

Da immer mehr Schulen zu Ganztagsschulen werden, wird auch das Angebot der Arbeitsgemeinschaften immer vielfältiger. Beliebt sind zum Beispiel Kletter AG’s. Viele Grundschulen setzen auch auf Zirkus AG’s, wo Schüler Kunststücke lernen und mit dem Einrad unterwegs sind. Die Neuköllner Kepler-Sekundarschule bietet sogar ab der 7. Klasse eine Tauchausbildung an – als Wahlpflichtfach. Getaucht wird zunächst in der Schwimmhalle und später im Helenesee bei Frankfurt (Oder).

Mal schnell über die Alpen

Auch interessant sind die sogenannten Herausforderungswochen an der Heinz-Brandt-Sekundarschule in Weißensee. Dort bereiten Schüler gemeinsam als Projekt eine Unternehmung vor. Im vergangenen Jahr schaffte eine Gruppe von 13 Schüler und fünf Betreuern sogar eine Alpenüberquerung.

Neuland betraten vor einigen Jahren die Kunstlehrer des Friedrichshainer Dathe-Gymnasiums. Im Rahmen des Kunst-Unterrichtes lernten die Schüler auch das Graffiti-Sprühen. TV-Moderator Stefan Raab war so begeistert, dass er die Schüler in seine Show einlud. Einige Lokalpolitiker meinten sogar, dass Graffiti generell an Schulen unterrichtet werden sollte, damit die jugendlichen Sprayer sich nicht heimlich an Hauswänden verewigten. Auch das Weddinger Diesterweg-Gymnasium kooperiert im Kunstunterricht derzeit mit Sprayern von der Graffiti-Lobby Berlin. Mit Spraydosen besprühten die Schüler Teile der Schulfassade und Aufenthaltsräume.

Interessant sind auch die Oberstufenzentren, wo Schüler auf einen Beruf vorbereitet werden. Am OSZ für Kraftfahrzeugtechnik mitten in Charlottenburg sind eigene Werkhallen eingerichtet, wie die Schüler an echten Autos herumschrauben können – oder auch an Motorrädern. Das alles ist an Berliner Schulen heutzutage möglich. (mak.)