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Virtual Reality in der Platoon-Kunsthalle: Kinofestival nimmt Berliner mit auf eine virtuelle Reise

Ausflüge in andere Welten beim VR-Kino-Festival.

Ausflüge in andere Welten beim VR-Kino-Festival.

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Markus Wächter / Waechter

Als der Alphabet-Chef Eric Schmidt vor einigen Wochen in Berlin die Kooperation von Google mit den Philharmonikern verkündete, da sprach er auch über die technischen Entwicklungen der Zukunft. Virtual Reality, sagte er, gehöre unbedingt dazu. Man befinde sich zwar noch ganz am Anfang, aber die Sache werde schon bald groß und größer. In der Vergangenheit lag Schmidt mit seinen Prognosen nicht so oft daneben.

Stauen, ohne sich zu bewegen

Virtual Reality – das ist eine Reise, ohne seine gewohnte Umgebung zu verlassen. Voraussetzung für das Abenteuer ist ein Smartphone, ein entsprechendes Video und eine VR-Brille. Und dann geht es los, weil das Gehirn einem beim Betrachten der Bilder vortäuscht, tatsächlich an einem fremden Ort anzukommen, obwohl man sich nicht bewegt. Fliegen, surfen, balancieren oder einfach betrachten und staunen – alles ist möglich. Das klingt faszinierend und ist es auch.

Das erste VR-Kino-Festival in Deutschland hatte am Dienstagabend in der Platoon-Kunsthalle Premiere. Der Niederländer Jip Samhoud, Gründer der Agentur &samhoud media, hatte die Veranstaltung organisiert. Die Karten waren innerhalb weniger Tage ausverkauft, 380 Gäste waren dabei. „Das große Interesse hat uns echt beeindruckt “, sagte Pascal Steeghs vom Organisationsteam.

Und dann ging es los: Die Besucher setzten sich mit dicker Brille und Kopfhörer in Drehstühle und staunten.

#VR-Kino von @JipSamhoud, @platoon_org, #berlin

Posted by Jörg Hunke on Dienstag, 19. Januar 2016

Oft wird Virtual Reality nur mit der Computerspiele-Branche in Verbindung gebracht, aber die neue Technik kann mehr als nur unterhalten: Auf dem Programm stand auch die Kurzdokumentation „Clouds over Sidra“, die den Zuschauer mitten in ein Flüchtlingslager in Jordanien versetzt. Der Film begleitet die zwölfjährige Sidra, die aus ihrer Heimat Syrien geflohen ist. Gefilmt in 360°-Technik erhält der Zuschauer nicht nur einen Eindruck, was die Flüchtlinge durchmachen.

Hautnah miterleben

Der Film versetzt den Betrachter direkt in das Flüchtlingslager und lässt ihn so das Geschehen fast hautnah miterleben. So sitzt der Zuschauer mit den Kindern auf der Schulbank oder mit der Familie am Essenstisch im Zelt. Die Bildauswahl kann er selbst bestimmen. „VR-Filme können den Zuschauern viel mehr bewegen und ein stärkeres Einfühlungsvermögen vermitteln als traditionelle Filme. Denn der Zuschauer ist mittendrin – in diesem Fall in der Welt von Sidra. Das schafft Nähe und hinterlässt einen sehr persönlichen und bleibenden Eindruck. Auf diese Weise bietet Virtual Reality ganz neue Möglichkeiten“, sagte Samhoud.

Auch Zeitungsverlage haben die Technik inzwischen für sich entdeckt. Die New York Times präsentiert seit einigen Monaten immer wieder neue Filme, mal geht es um die Begleitung von Hollywood-Produktionen wie „Carol“, mal um Aufnahmen aus Paris nach den Terroranschlägen Mitte November. Während des Abends war auch eine Produktion der Berliner Zeitung zu sehen. Dabei geht es um ein unbekanntes Flugobjekt, das am Horizont erscheint und dann leise hinter dem Alexanderplatz verschwindet.


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