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Vivantes macht Gewinn und will weiter sparen: Klinikkonzern stellt Jahresbilanz vor

Das Vivantes Klinikum im Friedrichshain.

Das Vivantes Klinikum im Friedrichshain.

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Imago

Berlin -

Während rund 200 Mitarbeiter des Klinikkonzerns Vivantes am Donnerstag für mehr Geld auf die Straße gingen, verkündete die Geschäftsführung Veränderungen bei den Gehältern der rund 15.000 Beschäftigten. So sollen Reinigungskräfte, Techniker, aber auch Physiotherapeuten bei Neueinstellungen künftig schlechter bezahlt werden. In Berufsgruppen hingegen, in denen sich wie in der Intensivpflege oder bei operationstechnischen Assistenten ein Fachkräftemangel abzeichnet, sollen die Gehälter steigen.

Dafür soll ein Konzerntarifvertrag abgeschlossen werden. „Wir wollen uns auf die medizinisch-pflegerische Kernleistung konzentrieren und in der Administration sowie den Serviceleistungen schlanker werden“, sagte die neue Vivantes-Chefin Andrea Grebe. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Giovanni Ammirabile sagte, der Mindestlohn von 8,50 Euro werde nicht unterschritten. Derzeit betrage der Stundenlohn für einen Gebäudereiniger 9,36 Euro. „Wir brauchen den Konzerntarifvertrag, damit es keine Tarifflucht mehr gibt.“

Gewinn von 7.9 Millionen Euro

Bei den Personalkosten, die bei 651 Millionen Euro liegen, will Vivantes 19 Millionen Euro bis 2016 einsparen. 80 Prozent der Mitarbeiter sind Frauen, die überwiegend in der Pflege tätig sind. Auf den Stationen beträgt der Anteil der Leiharbeiterinnen 50 Prozent.

Das vergangene Jahr schloss das landeseigene Unternehmen mit einem Gewinn von 7,9 Millionen Euro ab, was einer leichten Steigerung gegenüber 2012 entspricht (6,7 Millionen Euro). Der Umsatz belief sich auf 941 Millionen Euro. Über eine halbe Million Fälle wurden in den neun Kliniken versorgt, 218.000 stationär. Bei den rund 300 000 ambulanten Fällen handelte es sich überwiegend um Patienten, die in den Rettungsstellen behandelt wurden.

Von den Investitionen in Höhe von 68 Millionen Euro finanzierte Vivantes 45 Millionen Euro selbst – obwohl das Land dafür eigentlich in vollem Umfang zuständig ist. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört ein Neubau am Klinikum Friedrichshain, der 105 Millionen Euro kosten und 2018 in Betrieb gehen soll. An diesem Standort will Vivantes mit der Charité bis 2015 auch eine gemeinsame Strahlenmedizin einrichten. Nächstes Jahr soll am Klinikum Hellersdorf zudem ein Neubau für Psychiatrie eröffnet werden.

Die neue Vorsitzende der Geschäftsführung Grebe war am Mittwoch ernannt worden. Sie war bisher kommissarisch tätig und folgt auf Joachim Bovelet. Er hatte Vivantes im Juni 2013 verlassen. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen des Verdachts der Untreue. Auch gegen den ehemaligen Finanzgeschäftsführer wird wegen Bestechlichkeit ermittelt.