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Wahl Berliner Abgeordnetenhaus 2016: Die Grüne Ramona Pop will auf Platz Eins der Landesliste

Die Berliner Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ramona Pop.

Die Berliner Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ramona Pop.

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imago/Florian Schuh

Eigentlich sollte das Thema erst bei einem Parteitag im März auf die Tagesordnung gesetzt werden. Die Berliner Grünen gaben wegen des öffentlichen Interesses aber bereits jetzt am Rande ihrer Fraktionsklausur an diesem Wochenende bekannt, dass Fraktionschefin Ramona Pop im März auf Platz Eins der Landesliste antreten wird. Auf Platz Zwei kandidiert Fraktionschefin-Kollegin Antje Kapek, auf Platz drei Parteichefin Bettina Jarasch und auf Platz vier Parteichef Daniel Wesener. Alle vier waren beim letzten Parteitag 2015 als Spitzenteam nominiert worden, das die Grünen möglichst in eine Regierungsbeteiligung nach der Wahl führen soll.

Ein Gesicht für den Wahlkampf

Dieses Modell fanden nicht alle in der Partei richtig, man brauche im Wahlkampf ein Gesicht, das die Partei in Medien und Öffentlichkeit repräsentiert, monierten die Kritiker. Auch bei der politischen Konkurrenz von SPD, CDU und Linken machte man sich teilweise über die Vierertruppe lustig und fragte, wie vier Leute in zugespitzten Wahlkampfsituationen mit einer Stimme sprechen wollen – zumal die Kandidaten nach dem multiplen, gegenderten grünen Quotierungssystem unterschiedlichen Strömungen angehören: Pop und Jarasch gelten als „Realos“, Kapek und Wesener als Parteilinke.

Nach dem 2011 gescheiterten Versuch eines rot-grünen Bündnisses mit der SPD und einer darauf folgenden schweren Parteikrise, ist es den vier Führungskräften jedoch bislang gelungen, einigermaßen Ruhe in die Partei zu bringen und auf das Ziel einer Regierungsbeteiligung in Berlin einzuschwören. „Dafür werde ich mich mit meiner ganzen Kraft weiter einsetzen,“ sagte Pop, die seit 2001 im Abgeordnetenhaus sitzt.

Hoher Bekanntheitsgrad

Seit 2006 hat sie Führungsfunktionen in der Fraktion inne und besitzt damit im Viererteam den höchsten Bekanntheitsgrad in der Stadt. Überraschend ist die Entscheidung daher nicht. Schon länger war in der Führung verabredet, dies für den Wahlkampf nutzbar zu machen, ohne auf einen reinen Personenwahlkampf wie 2011 mit Renate Künast als Wowereit-Herausforderin zu setzen.

Die 1977 in Timisoara in Rumänien geborene Pop kam erst mit elf Jahren nach Deutschland, studierte Politikwissenschaft in Münster und Berlin und trat 1997 den Grünen bei, wo sie eine Reihe von Funktionen auf kommunaler, Bundes,- und Landesebene ausübte. Die jetzige Berliner Abgeordnetenhausfraktion führt sie seit 2012 gemeinsam mit Antje Kapek.