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Wandkunst in Kreuzberg gefährdet: Berliner wehren Wandwerbung ab

Wer wie ein bekannter Sportartikelhersteller derzeit an der Köpenicker Straße mit Wandbildern werben will, müsste sich dann also eine Freifläche suchen. Hier nun das entstandene, an anderer Wand umstrittene Werbemittel.

Wer wie ein bekannter Sportartikelhersteller derzeit an der Köpenicker Straße mit Wandbildern werben will, müsste sich dann also eine Freifläche suchen. Hier nun das entstandene, an anderer Wand umstrittene Werbemittel.

Foto:

Berliner Zeitung/Gerd Engelsmann

Berlin -

Anfangs ging es nur um eine Häuserwand: Vor fast dreißig Jahren hat eine Künstlerin aus der Kreuzberger Hausbesetzerszene sie bemalt, hat rissige Mauern in rot, blau und grau darauf gezeichnet. Das Bild ist längst verblasst und mit wilden Graffiti besprayt. Man übersieht es leicht in der heutigen Buntheit Kreuzbergs – die, wohlgemerkt, nur so bunt werden konnte, weil die Hausbesetzer damals ihre Proteste auf die Straßen trugen und die Altbauten vor dem Abriss retteten.

Auch wenn Bilder wie das an der Waldemarstraße 43 langsam verwittern: Viele in Kreuzberg erinnern sich noch gut an die Errungenschaften aus dieser Zeit. Eine davon ist, dass ein Haus seinen Bewohnern gehört, gefühlt zumindest. Wenn es um ihre Fassaden geht, dann wollen die Kreuzberger also mitreden, das ist noch heute so.

Denn nur so lässt sich erklären, warum die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM), Besitzerin des Hauses an der Waldemarstraße, derzeit für derart viel Aufregung sorgt. Weil sie Teile des besagten Bildes übermalen wollte, diskutieren nun die Bezirksverordneten, ob die künstlerischen Hinterlassenschaften der Hausbesetzer in Kreuzberg unter Denkmalschutz zu stellen sind. Aber von vorne.

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