Neuer Inhalt

Warnstreik in Berlin: An diesen Schulen in Berlin streiken heute Lehrer

An den meisten Schulen findet am 26. Januar normaler Unterricht statt.

An den meisten Schulen findet am 26. Januar normaler Unterricht statt.

Foto:

dpa

An Berufsschulen, den Eliteschulen des Sports und einigen anderen ausgewählten Schulen werden am Dienstag angestellte Lehrer streiken. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will mit diesem ganztägigen Warnstreik erreichen, dass die angestellten Lehrer bei den Nettogehältern an das Niveau der Beamten herankommen.

„Wir fordern eine eigene tarifliche Regelung für Berlin“, sagte die GEW-Vorsitzende Doreen Siebernik. Leider habe Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) bisher Gespräche darüber abgelehnt. Berlin verbeamtet Lehrer seit über zehn Jahren nicht mehr. Im November waren bereits 44 Prozent der knapp 30?000 Lehrer an staatlichen Schulen angestellt – und nicht mehr verbeamtet.

Letztlich ist der Warnstreik eine Konsequenz aus den gescheiterten Verhandlungen zwischen der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) und der Bundes-GEW vom Frühjahr 2015. Die GEW wollte damals eine weitere Gehaltsstufe für die angestellten Lehrer festschreiben. In Berlin kommen sie derzeit gleich bei Einstellung in die höchste Gehaltsstufe. Doch die TdL lehnte dieses Ansinnen ab. Am Ende unterschrieb die GEW den Abschluss nicht, auch weil im neuen Tarifvertrag Quereinsteiger und Lehrer für Fachpraxis schlechter gestellt werden. Allerdings trat die Regelung in Berlin dennoch in Kraft, weil die Splittergewerkschaft des Beamtenbunds, die dbb-Tarifunion, dem zustimmte.

Finanzsenator Kollatz-Ahnen betont nun, dass die TdL gesonderte Tarifverträge auf Länderebene nicht zulasse. GEW-Chefin Siebernik erwidert, dass der vorherige Finanzsenator ja auch der Sonderzulage für Berliner Lehrkräfte zugestimmt habe. Derzeit verdienen Berliner Grundschullehrer bei voller Stelle monatlich 4?300 Euro brutto, Gymnasiallehrer gar gut 4?800 Euro.

An den nun vom Warnstreik betroffenen Schulen werden zumindest teilweise die verbeamteten Kollegen als Vertretungslehrer einspringen. Zunächst sind vornehmlich Schulen, an denen die GEW oder die Junglehrer-Initiative „Bildet Berlin!“ besonders gut organisiert sind, vom Streik betroffen.

Senatorin zeigt kein Verständnis

Die GEW hat aber bereits angekündigt, die Streiks nach den Winterferien auszuweiten, sollte Kollatz-Ahnen kein Gesprächsangebot vorlegen. Florian Bublys, Vertreter der angestellten Lehrer, fordert anstatt einer Gehaltssteigerung eine Reduzierung der Arbeitszeit um ein oder zwei Unterrichtsstunden. Dazu ließ der Finanzsenator mitteilen, dass dies rechtlich nicht möglich sei. Die Arbeitszeit der angestellten Lehrer habe sich nach der Regelung für Beamte zu richten.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) brachte kein Verständnis für den Warnstreik auf. „Die Schulen stehen angesichts der Einstellungsverfahren und der Beschulung von über 7?300 Kindern in Willkommensklassen vor immensen Herausforderungen“, sagte sie. „Der Streik schadet vor allem den Schülerinnen und Schülern.“ Seit 2013 gab es an über 20 Tagen Lehrerstreiks. Nicht bekannt ist, dass die GEW dabei nennenswerte Erfolge erzielt hätte.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?