Neuer Inhalt

Weitere Standorte für Notunterkünfte: Mehr Containerdörfer für Flüchtlinge in Berlin geplant

Viele Flüchtlinge leben schon in Containerdörfern – wie hier in Köpenick.

Viele Flüchtlinge leben schon in Containerdörfern – wie hier in Köpenick.

Foto:

REUTERS/Fabrizio Bensch

In Berlin werden an weit mehr Standorten neue Unterkünfte für Flüchtlinge entstehen als bislang bekannt war. Zu den geplanten 60 Grundstücken für modulare Unterkünfte sollen weitere 30 Standorte hinzu kommen. Dort sollen Wohn-Container für insgesamt 15.000 Menschen aufgestellt werden. Das erklärte die Sprecherin der Senatsverwaltung für Finanzen, Eva Henkel, am Dienstag.

Zusammen mit den geplanten modularen Unterkünften für Flüchtlinge werden damit Kapazitäten für bis zu 40.000 Flüchtlinge geschaffen. In den modularen Unterkünften sollen 24.000 bis 25.000 Flüchtlinge untergebracht werden. Diese Unterkünfte bestehen aus vorgefertigten Bauelementen und lassen sich deswegen innerhalb weniger Monate errichten. Pro Standort können bis zu 500 Menschen beherbergt werden.

Wo die Modulbauten errichtet werden, ist aber überwiegend offen. Nur für einige Projekte, die bereits ausgeschrieben wurden, stehen die Flächen fest. Die übrigen Standorte, die der Senat vorgeschlagen hat, stoßen in den Bezirken teils auf Widerspruch. Dass jetzt zusätzlich noch 30 Grundstücke für Wohn-Container gesucht werden müssen, macht die Sache nicht einfacher. Die Container-Standorte sollen noch in diesem Monat benannt werden. Anders als die modularen Unterkünfte, die mehrere Jahrzehnte stehen sollen, ist die Nutzung der Container nur für kurze Zeit gedacht. Werden sie nicht mehr benötigt, können sie abgeräumt werden.

Keine Angabe zu den Kosten

Parallel zu den Bauplanungen verhandelt Berlin mit Hotelbetreibern über die Unterbringung von Flüchtlingen. Das bestätigte Senatssprecherin Daniela Augenstein. „Wie diese Gespräche allerdings ausgehen, ist völlig offen.“ Bisher wurden Flüchtlinge in Berlin nur in leer stehenden oder schlecht laufenden Hotels untergebracht. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird über eine längerfristige Anmietung von 10.000 Hotelbetten in 22 Hotels gesprochen. Die Hotelgesellschaft verlange 50 Euro pro Hotelplatz und Nacht.

Die Gespräche seien noch in einem sehr frühen Stadium, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD). Über mögliche Kosten könne überhaupt noch nichts gesagt werden. Generell strebe Berlin an, Flüchtlinge für rund zehn Euro pro Tag unterzubringen. Daher sei „nicht gesagt, ob es bei den Gesprächen zu Ergebnissen kommen wird“.

Die Unterbringung von Flüchtlingen in Hotels oder Hostels ist die teuerste Variante. Derzeit zahlt Berlin für einen Hostelplatz laut Sozialverwaltung im Schnitt 37,50 Euro pro Tag. Nur 642 Flüchtlinge sind so untergebracht. (mit dpa)