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Weltneuheit aus Berlin: Ein Öko-Dachgeschoss als Stromerzeuger

Das ist unser Haus: In einer Weddinger Halle bauen die Studenten den Prototyp ihres Öko-Dachgeschosses zusammen. Dann bringen ein Tieflader und vier Laster das Bauwerk nach Frankreich.

Das ist unser Haus: In einer Weddinger Halle bauen die Studenten den Prototyp ihres Öko-Dachgeschosses zusammen. Dann bringen ein Tieflader und vier Laster das Bauwerk nach Frankreich.

Foto:

Gerd Engelsmann

In der großen Halle in Wedding steht ein Haus, das es eigentlich noch gar nicht gibt. Es ist eine Weltneuheit, ein Unikat, ein Prototyp. Rooftop, also Dachaufbau, nennen die etwa 40 Studenten der Technischen Universität (TU) und der Universität der Künste (UdK) ihr Gemeinschaftsprojekt. Im Laufe von drei Monaten haben sie ein Haus gebaut, das in ähnlicher Form bald auf den Dächern von Berliner Altbauten stehen könnte, deren Dachgeschosse noch ungenutzt sind.

Die Solaranlage dieses Öko-Hauses kann dann dort vier Mal so viel Energie produzieren als es selbst verbraucht. Und so werden auch die Bewohner einiger darunter liegenden Wohnungen mit Solarstrom versorgt. „Hochwertige Dachausbauten gibt es schon genug in Berlin“, sagt Alessandro Jähnicke, der im 13. Semester Architektur studiert. „Doch sie haben schlechte thermische Leistungen.“

Für ihr Öko-Haus-Projekt wollten die Studenten keine ebenerdigen Freiflächen nutzen, denn, so viel haben sie schon gelernt, Berlin soll nicht weiter verdichtet werden. Bleiben also nur die Dächer von Europas größtem Altbaubestand.

Vor vier Jahren studierte Alessandro Jähnicke einige Semester in Barcelona. Dort waren Studenten am Lehrstuhl Gebäudetechnik damit beschäftigt, sich auf den Solar-Decathlon-Europe-Wettbewerb vorzubereiten, das ist ein studentischer Bau- und Designwettbewerb. Jähnicke hörte zum ersten Mal davon. Zurück in Berlin, suchte er Mitstreiter für sein Solar-Haus und den Wettbewerb. „Wir liefen durch die Vorlesungen und warben für unser Projekt“, erzählt er.

Nach einem Vierteljahr, es war Ende 2012, hatte er das Team beisammen. 40 Studenten aus zwölf Fachbereichen waren begeistert. „Wir sind das neue Dachgeschoss“– unter diesem Slogan entwarfen die künftigen Wirtschaftsingenieure, Bautechniker, Experten für Photovoltaik, Architekten. Innendesigner und Kunststudenten nun ihren Bauplan. „Alle haben gut zusammengearbeitet“, sagt Raphael Haupt, Student für Wirtschaftsingenieurwesen im vierten Semester.

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