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Wetter in Berlin: Kalt, kälter, Frühling

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Immerhin: Die Sonne schien 128 Stunden lang. Das war guter Durchschnitt.
Immerhin: Die Sonne schien 128 Stunden lang. Das war guter Durchschnitt.
Foto: dpa

Der vergangene Monat war der kälteste März in Berlin seit Beginn der Wetteraufzeichnung. In 30 von 31 Nächten herrschte Frost. In den nächsten Tagen ist immer noch Schneefall möglich.

Für gewöhnlich sind die meisten Menschen recht vergesslich, wenn es um das Wetter der vergangenen Wochen geht. Beim März 2013 dürfte das nicht so sein. Schließlich war das der Monat, in dem es partout nicht Frühling werden wollte. Es schneite, es gab Nachtfrost, gab fiesen Wind, dann sogar frostige Tage – kurzum: Trotz meteorologischem Frühlingsanfang war es ziemlich winterlich. Entsprechend fällt auch die Statistik für den vergangenen Monat aus. „Der März 2013 war der kälteste März seit Beginn der Wetteraufzeichnung“, sagt Dieter Hackenthal, Meteorologe beim Wetterdienst Wetterkontor.

Im Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990, die Meteorologen zu Vergleichszwecken heranziehen, hätten im März durchschnittlich 4,2 Grad Celsius geherrscht. Von 1981 bis 2010 sei es milder und noch ein halbes Grad wärmer gewesen – 4,9 Grad. Der März 2013 hingegen lag mit durchschnittlich minus 0,5 um mehr als fünf Grad darunter.

Kälte im März ist nichts Ungewöhnliches – das gab es auch in früheren Jahren (siehe nebenstehender Überblick). Doch durchgängig so niedrige Werte hatte lange kein März-Monat zu bieten. In 30 von 31 Nächten herrschte Frost, eine Menge, den sonst nicht mal durchschnittliche Dezember-Monate hinbekommen. An acht Tagen schneite es, und an sieben Tagen blieben die Höchstwerte auch tagsüber unter dem Gefrierpunkt. Das Ganze war so außergewöhnlich, dass selbst Menschen, die sonst nicht über das Wetter klagen, darüber murrten.

Indiz für die Klimaerwärmung

Verantwortlich für dieses ungemütliche Wetter war eine Mischung aus Hoch- und Tiefdruckgebieten, die in ihrem Zusammenspiel kalte Luft in den Osten Deutschlands brachten. „Hochdruckgebiete drehen sich im Uhrzeigesinn, Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn“, sagt der Meteorologe. Weil das Hochdruckgebiet im Norden lag und im Süden Tiefdruckgebiete, sei das eisige Wetter regelrecht angesogen worden.

So sehr das kalte Wetter gegen die These von der Klimaerwärmung spricht – es ist tatsächlich ein Indiz dafür. „Verantwortlich für solche Wetterlagen ist das Abschmelzen der Eisflächen über dem Nordmeer“, sagt Hackenthal. Das begünstige die Bildung von Hochdruckgebieten, die wiederum Kälte nach Deutschland bringen. Und kalt sei es vor allem in Nordeuropa gewesen. „Global gesehen war das der mildeste März überhaupt“, so der Meteorologe.

In unseren Breiten hingegen geht es erstmal kühl weiter. Bis zum Wochenende ist kein nennenswerter Frühlingsanfang in Sicht. Die Nächte bleiben frostig, am Mittwoch und Donnerstag ist sogar noch einmal Schneefall möglich, die Höchstwerte erreichen nur vier Grad. Immerhin lässt sich von Freitag an wieder die Sonne sehen. Dann steigen die Tageshöchstwerte auf immerhin sechs Grad, nachts wird es dafür mit minus 3 Grad noch einmal etwas kälter.

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