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Wetter in Berlin und Brandenburg: Kommt jetzt der Schnee nach Berlin?

Schneit es bald in Berlin wie auf diesem Bild im November 2015 in Treptow am Baumschulenweg?

Schneit es bald in Berlin wie auf diesem Bild im November 2015 in Treptow am Baumschulenweg?

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imago/Future Image

Bitterkalt ist es nun geworden. Die Luft schmerzte am Sonntag im Gesicht, ohne Mütze oder fest gezurrte Kapuze waren bei Tagestemperaturen von acht Grad unter Null nur wenige Menschen auf den Straßen unterwegs. Der Deutsche Wetterdienst hatte sogar bis Montagmorgen eine Warnung vor schwerem Frost mit Tiefsttemperaturen von minus 13 Grad ausgegeben.

Auf der Oder trieben erste Eisstücke

Grund für die Minusgrade war eiskalte Luft, die aus dem Osten Europas nach Berlin kam. „Die gefühlte Temperatur lag in Berlin und vor allem in Ostbrandenburg sogar noch deutlich niedriger“, sagte der Meteorologe Stefan Hahn vom Deutschen Wetterdienst. Auf der Oder trieben bereits erste Eisstücke. Zumindest bis einschließlich Mittwoch müssen wir auch weiter mit Minusgraden vorlieb nehmen. Es wird aber nicht mehr ganz so kalt wie am Sonntag. Erst ab Donnerstag werden die Temperaturen laut Wettervorhersage wieder über der Frostgrenze liegen, am kommenden Wochenende soll es dann schon wieder etwas wärmer werden.

Wird es aber zwischenzeitlich noch so richtig winterlich in Berlin? So mit Schnee? Richtig fette Schneeflocken wird es am ehesten wohl ab Montag in Südbrandenburg geben. In Berlin könnte es am Dienstag oder Mittwoch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit schneien, wobei eher mit leichten Schneeschauern zu rechnen ist.

Glatteisunfälle oder andere Verkehrsbeeinträchtigungen wegen der Kälte gab es am Sonntag nicht, teilte die Polizei mit. Die Feuerwehr wurde von einigen Fehlalarmen geplagt. „Etwa doppelt so viele wie sonst“, sagte ein Sprecher. Wieso genau, blieb unklar. Einige Brandmelder reagierten aber offenbar besonders empfindlich auf Wasserdampf, der in einigen Küchen beim Kochen entstand und sich wegen der niedrigen Temperaturen nicht sofort mit der Außenluft austauschte. Auch mit einer gewissen Anzahl kältebedingter Wasserrohrbrüche sei zu rechnen, wenn es erst mal wieder auftaue, hieß es.

Irritierend ist nicht, dass im Januar Frost herrscht. Sondern dass es gerade noch milde Temperaturen gab, es viel zu warm war für Weihnachten, und es jetzt plötzlich so kalt geworden ist. Einige Autobesitzer füllten eilig noch ihre Scheibenwaschanlage mit Frostschutzmittel auf, damit nichts festfriert.

Kältebusse unterwegs

Existenziell wurde es durch die frostigen Temperaturen für jene Obdachlosen, die bisher ihr Quartier noch im Freien hatten. Zwei Kältebusse der Stadtmission und ein Wärmebus des Roten Kreuzes sind in der Regel nachts von 21 Uhr bis nach 3 Uhr unterwegs, um frierende Obdachlose aufzusammeln. Auch die Bahnhofsmission gibt derzeit täglich 30 Schlafsäcke an Obdachlose heraus, sagte Leiter Dieter Puhl. Mitunter stritten Bedürftige um warme Kleidungsstücke.

Als einzige Berliner Bahnhofshalle der Deutschen Bahn sei die am Bahnhof Zoo zudem beheizt, so dass dort derzeit etwa 30 Obdachlose untergekommen seien, berichtete Puhl. Auch das gerade eingerichtete Hygienezentrum, wo man auch warm duschen kann, werde von Bedürftigen angenommen. Puhl appellierte an die Bürger, auf hilflose Personen im Freien zu achten und notfalls die Rettungsdienste zu alarmieren.