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Wie Marco Peters den Hoppegarten für die Rennsaison fit macht

Marco Peters überblickt sein Reich.

Marco Peters überblickt sein Reich.

Foto:

Benjamin Pritzkuleit

Wenn es Unklarheiten oder Probleme gibt, kommen alle zu Marco Peters. Und je näher die Saisoneröffnung auf der Rennbahn Hoppegarten rückt, desto mehr häufen sich die Nachfragen seiner Mitarbeiter. „Sind dreieinhalb Millimeter Rasenlänge in Ordnung?“ Ja, sind sie. „Soll das Laub vor dem Siegertreppchen noch gemacht werden?“ Ja, soll es. „Hast du was zu schreiben dabei?“ Ja, hat er. Der für die Vorbereitungen verantwortliche Rennbahnwart Marco Peters ist dabei immer gelassen und hat für jeden ein offenes Ohr. Er scheint alles im Griff zu haben. Doch bis die ersten Pferde zum Start der Rennsaison am Ostersonntag über die 430 Hektar große Rennfläche von Hoppegarten jagen können, ist noch viel zu tun.

Verrückte Kleinigkeiten

Seit zwei Wochen laufen hier die Vorbereitungen auf Hochtouren, damit zum Auftakt und im Verlauf der diesjährigen Rennserie alles rund läuft. Und das sind dieses Jahr immerhin rund 80 Rennen an zehn Renntagen, für dessen reibungslosen Ablauf Peters mit vier weiteren Kollegen garantiert. Stress ist dabei ein ständiger Begleiter.

Bereits seit sieben Uhr hält er sich auf dem Gelände auf, wie jeden Tag, immer ansprechbar für jeden, der etwas braucht. So wenige Tage vor dem ersten Rennen ist viel Betrieb auf dem Gelände, Lieferungen müssen angenommen werden, die Tribünen werden täglich geschrubbt, die Rasenmäher tönen und im Hintergrund wird mit dem Kran gearbeitet, der derzeit noch für den Neubau einer Tribüne benötigt wird.

Die Koordination all dieser Arbeiten läuft beim Facility Manager zusammen, wie Peters Stellung offiziell bezeichnet wird. Eine moderne Bezeichnung für Hausmeister. Peters plant, was zu tun ist, regelt die täglichen Abläufe, hört sich an, wo es Probleme gibt und findet für alles eine Lösung. Die Bezeichnung seines Berufs ist ihm dabei relativ egal: „Was ich hier mache, ist schon so oft so unterschiedlich bezeichnet worden, das muss ich mir mal alles aufschreiben.“ Selbst beschreibt er seine Tätigkeit als „der Zuständige für die ganzen verrückten Kleinigkeiten.“

Früher hat der 43-Jährige beim Bau gearbeitet, musste aber umdisponieren, weil dort die Auftragslage zuletzt immer schwieriger wurde. Vor sechs Jahren erfuhr er dann von seinem Neffen, dass die Galopprennbahn in Hoppegarten Leute mit Organisationstalent suche. Seitdem kümmert er sich täglich darum, dass die zahlreichen Rasen in gutem Zustand gehalten, das Wasser rechtzeitig angeschlossen, die Rennbahn gewalzt, die Lautsprecher und Beleuchtung angebracht werden. Die Liste ließe sich wohl ewig fortsetzen. Körperlich seien die Tätigkeiten zwar nicht so belastend wie auf dem Bau. Der Stressfaktor sei hier aber mindestens genauso hoch.

Poloturniere und Mittelalterfeste

Das gilt nicht nur für die Zeit unmittelbar vor der Saison: Auch im Winter, wenn kein Rennbetrieb herrscht und sich keiner der pro Renntag durchschnittlich 6 700 Zuschauer und Wettbegeisterten auf dem Gelände tummeln, müsse alles am Laufen gehalten werden. Auf einer historischen und teilweise denkmalgeschützten Anlage, in der bereits 1886 zum ersten Mal das Startsignal ertönte, fällt eben viel an. „Vor allem die Wasserleitungen machen uns dann oft zu schaffen, weil die schon so alt sind“, sagt Peters. Immer wieder gebe es Rohrbrüche zu beseitigen.

Zu den alltäglichen Aufgaben während des Jahres kommen manchmal besondere Schwierigkeiten hinzu, wenn andere Veranstaltungen auf dem Areal stattfinden. So findet etwa jedes Jahr das Poloturnier „Bucherer Polo Trophy“ statt, deren Veranstalter bestimmte Anforderungen an das Gras stellen. Weil das Gelände aber unter Naturschutz steht, könne immer erst im letzten Moment vor Beginn des Turniers gemäht werden, da es bis zuletzt wachsen müsse. Der Schnitt ist für den Polosport dann eigentlich noch zu frisch. Auch das für den Sommer geplante Mittelalterfestival wird den Rasen herausfordern, wenn die zahlreichen Besucher auf das Feld gelassen werden.

All das mache einen recht abwechslungsreichen Arbeitstag aus. „Ich weiß eigentlich am Morgen nie, wie der Tag ausgeht,“ meint Rennbahnwart Marco Peters. Mit dem klassischen Achtstundentag käme man da oft nicht hin. „Obwohl wir schon versuchen, die Überstunden gering zu halten.“ Zu den vier Kollegen, die Peters unterstützen, kommen während der Saison noch bis zu zehn Aushilfskräfte hinzu, um im Herbst des vielen Laubs Herr zu werden. Den Betrieb ohne Marco Peters aufrecht zu halten, ist schwer vorstellbar, er ist der entscheidende Mann im Hintergrund, der sich um alles kümmert. „Nur zu den Pferden habe ich eigentlich keinen Kontakt“. Aber die Rennen schaut er sich natürlich immer an.

Weitere Informationen finden Sie unter unter www.hoppegarten.com