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Wissenschaftspreis 2013: Eine Psychologin, die vor nichts haltmacht

VBKI-Präsident Markus Voigt (l.) mit den sechs Gewinnern des Wissenschaftspreises 2013 und Jurymitgliedern.

VBKI-Präsident Markus Voigt (l.) mit den sechs Gewinnern des Wissenschaftspreises 2013 und Jurymitgliedern.

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Markus Wächter

Wie gut, dass es an diesem Abend einen Übersetzer gibt, jemanden, der die komplizierten Titel und fachlichen Inhalte der Masterarbeiten und Dissertationen mit einfachen Worten erklären kann. Etwa, wenn es um die Theorie des geplanten Verhaltens geht, um Meerwasserentsalzung in Südkorea oder um mathematisches Chaos. Mathematik-Professor Peter Deuflhard hat in den vergangenen Monaten mehr als 30 wissenschaftliche Arbeiten gelesen. Er kann sie mit einfachen Worten erklären, er ist begeistert , und er lobt die Autoren.

Zum zweiten Mal hat der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) in diesem Jahr den mit 3000 Euro dotierten Wissenschaftspreis an sechs Nachwuchsforscher aus der Region Berlin und Brandenburg verliehen. Bei einem Festakt im Veranstaltungssaal des Berliner Verlages lobte VBKI-Präsident Markus Voigt die wissenschaftlichen Arbeiten der Ausgezeichneten. „Wir haben eine Menge kluger Köpfe in der Region“, sagte der 47-jährige Ingenieur. In den Arbeiten steckten „zukunftsweisende Erkenntnisse.“

Der VBKI mit seinen 1500 Mitgliedern will die Wissenschaft in Berlin und Brandenburg fördern. „Viele Potenziale liegen brach“, sagt Voigt. „Die wissenschaftlichen Erkenntnisse müssen besser für die Wirtschaft genutzt werden.“ Voigt spricht von „ungenutzten Spielräumen“. Mehr als 30 Forscher hatten sich um den Wissenschaftspreis des VBKI beworben. Die zwölf Jury-Mitglieder wandten aber kein kompliziertes Punktesystem zur Bewertung an. „Wir haben uns die Arbeiten einfach durchgelesen und danach entschieden“, sagt Deuflhard.

Zu den Ausgezeichneten gehört der 29-jährige Wirtschaftswissenschaftler Christian Freydank von der Uni Potsdam. Freydank hat sich mit der gestiegenen Kaufsucht nach der Wende beschäftigt. Deuflhard lobte, Freydank habe auch Mittel gegen die Kaufsucht erforscht.

Die Psychologin Astrid Lange von der BTU Cottbus fand in ihrer Arbeit Antworten auf die Frage, welche Menschen sich zum Gründen eines Unternehmens eignen. Als eine „moderne Psychologin, die vor nichts haltmacht“, lobte die Jury ihre Arbeit. Und der Stoff, mit dem sich Mathematiker Max Klimm (28) von der TU Berlin beschäftigt hat, wäre ausreichend für drei Dissertationen gewesen, bescheinigte ein Gutachter.

Um das mathematische Chaos geht es, um Auslastungsspiele, um eine vernünftige Verteilung, „um den Preis der Anarchie zu minimieren“, lobt Deuflhard. Matan Beery (32) von der Fakultät Prozesswissenschaften der TU Berlin begeisterte die Jury mit seiner Arbeit über die Meerwasserentsalzung in Südkorea, ebenso Markus Burger (33) von der FU Berlin, an der er über selbststärkende Dynamiken in Netzwerken forschte.

Den Sonderpreis erhielt Anne Dunkel (33) von der Charité für ihre Arbeit zur Krankheitsforschung. „Für die Patienten und deren Angehörigen ist das ein riesiger Fortschritt“, so das Urteil der Jury. Die Psychologin Astrid Lange dankte dem VBKI im Namen der Ausgezeichneten. „Für uns ist dieser Preis Motivation zum Weitermachen und in der Wissenschaft zu bleiben.“ VBKI-Präsident Voigt sagte: „Bleiben Sie unserer Region erhalten.“



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