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WM im Dorschangeln Norwegen: Berliner will Angel-Weltmeister werden

Angel- und Naturfreund Sascha Blodau aus Prenzlauer Berg beim Training

Angel- und Naturfreund Sascha Blodau aus Prenzlauer Berg beim Training

Foto:

privat

Am kommenden Wochenende treffen sich mehr als 600 Hochseeangler aus acht Ländern zur Weltmeisterschaft im Skrei-Fischen auf den Lofoten in Norwegen. Hobbyangler und Naturfreund Sascha Blodau aus Prenzlauer Berg ist auch dabei.

Was ist ein Skrei?

Ein Edelfisch aus der Barentssee zwischen Norwegen, Russland und Spitzbergen. Ein anderer Name für ihn ist Winterkabeljau. Würde er in der Ostsee gefangen, wäre es ein Dorsch.

Wie kommt man dazu, zu einer Angel-WM zu fahren, bei der jeder Teilnehmer um die Wette Tiere töten kann?

Aus Spaß am Angeln. Die norwegischen Behörden sorgen dafür, dass der Fischbestand nicht gefährdet wird. Auf den Lofoten wird seit tausend Jahren geangelt. Angeln ist in Norwegen − wie bei uns auch − ein Volkssport. Ich fahre regelmäßig mit Freunden auf die Lofoten zum Angeln.

Was geschieht mit dem gefangenen Fisch?

Der wird in der hier ansässigen Fischverarbeitungsfabrik in Svolvaer abgegeben. Der gefangene Fisch ist Bestandteil der von der norwegischen Regierung festgelegten Fangquote.

Sie nehmen sozusagen den Fischern die Arbeit ab?

Jetzt am Wochenende schon.

Wie läuft der Wettkampf ab?

Am Freitag beginnt die Weltmeisterschaft. Um neun Uhr ist Start. Jeder Teilnehmer muss nüchtern sein. Da gibt es strenge Kontrollen. Dann fahren alle Boote so schnell, wie es geht, zu den berechtigten Fanggründen. 14 Uhr müssen die Köder eingezogen sein. Dann fahren die Boote zurück nach Svolvaer. Danach wird der Fang gewogen. Dabei gewinnt der mit dem schwersten Fisch und der, der die größte Menge aus dem Wasser gezogen hat. Dabei zählen auch Fische wie Heilbutt und Steinbeißer. Am Sonnabend zählt nur der Winterkabeljau. Der Rekord liegt bei einem Fisch, der 27,5 Kilogramm wog. Das ist allerdings schon ein paar Jahre her.

Wie fängt man den Kabeljau in Norwegen?

Jeder sagt dabei etwas anderes. Jeder schwört auf eine andere Ausrüstung. Ich habe gehört, dass sich die großen Exemplare in 40 bis 60 Metern Tiefe aufhalten sollen.

Bis zum Freitag ist noch Zeit. Wie verbringen Sie die?

Ich treffe mich mit anderen Anglern und höre mir deren Ratschläge und Erfolge an. Und tagsüber trainiere ich.

Angler und Jäger nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau, heißt es.

Wir hauen uns gegenseitig die Taschen voll. Man muss nur aufpassen, dass man es mit den gefangenen Fischen und deren Größe und Gewicht beim Erzählen nicht übertreibt. Sonst wird aus einer kleinen Flunder schnell ein Stachelrochen.

Petri Heil!

Interview: Lutz Schnedelbach


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