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Wohnen auf dem Tempelhofer Feld: Mehrheit will Wohnungen auf dem Tempelhofer Feld

Eine Mehrheit der Berliner will Wohnungen auf dem Tempelhofer Feld.

Eine Mehrheit der Berliner will Wohnungen auf dem Tempelhofer Feld.

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BLZ/Rita Böttcher, Quelle: Forsa

Die Stimmung innerhalb der Bevölkerung hat sich erstmals zugunsten der geplanten Randbebauung des Tempelhofer Feldes gedreht. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Berliner Zeitung sprachen sich 59 Prozent der Befragten dafür aus, dass rund um die große Parkfläche Wohnungen, Gewerbeflächen und ein Neubau für die Zentral- und Landesbibliothek errichtet werden. 38 Prozent votierten dagegen.

Forsa befragte 1001 Berliner in der Zeit vom 18. bis 28. November. Bei einer Umfrage im Februar hatten sich noch 57 Prozent der Berliner dafür ausgesprochen, das Feld so zu belassen wie es ist.

Der Senat darf sich mit dem aktuellen Meinungsbild über Rückhalt für seine Tempelhofpläne freuen. Eine Bürgerinitiative will die Bebauung, wie berichtet, per Volksbegehren und Volksentscheid verhindern.

Die Berliner in Ost und West sind sich in ihrem Urteil zu den Planungen des Senats weitgehend einig. 61 Prozent der Befragten in den östlichen Bezirken unterstützen die Randbebauung, in den westlichen Bezirken sind es 58 Prozent. Besonders groß ist die Unterstützung der Pläne bei den jungen Menschen. 66 Prozent der 18- bis 29-Jährigen stimmen für die Bebauung, 32 Prozent sind dagegen.

Die Koalition von SPD und CDU genießt in der Frage breite Unterstützung ihrer Wähler. So stehen 77 Prozent der SPD-Anhänger hinter den Plänen, bei der CDU sind es 70 Prozent. Während sich die Sympathisanten der Linken noch mehrheitlich für die Randbebauung aussprechen, sieht es bei den Grünen anders aus: 47 Prozent ihrer Anhänger plädieren für die geplante Bebauung, 50 Prozent lehnen sie ab.

Die aktuelle Umfrage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Streit um die Gestaltung des stillgelegten Flughafens einem neuen Höhepunkt zusteuert. Wie jetzt bekannt wurde, sprach sich die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Tempelhof-Schöneberg auf ihrer letzten Sitzung für einen Planungsstopp auf dem Tempelhofer Feld bis zum Abschluss des Volksbegehrens Mitte Januar beziehungsweise des Volksentscheids aus. Das Bezirksamt wurde aufgefordert, sich beim Senat dafür einzusetzen, die Planungen und deren Umsetzung auszusetzen.

Kritik von der Bürgerinitiative

Das gelte auch für den Bau des geplanten 30 000 Quadratmeter großen Regenwasserbeckens sowie des Erdwalls, auf dem ein neuer Weg geplant ist. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung reagierte zurückhaltend auf den Beschluss. Es würden „keine Fakten“ geschaffen, sagte Behördensprecherin Daniela Augenstein. „Aber wir planen natürlich, Denken darf nicht verboten werden.“ Verhindern kann der BVV-Beschluss ohnehin nichts. Das Verfahren für die Bebauung des Tempelhofer Feldes liegt in Händen der Stadtentwicklungsverwaltung.

Dass die BVV von Tempelhof-Schöneberg ein Planungs-Moratorium fordert, führen Bezirkspolitiker auf die Vorschläge des Senats für das erste neue Stadtquartier am Tempelhofer Damm zurück. Die geplanten Baumassen seien zu groß, die Folgen etwa für den Verkehr auf dem Tempelhofer Damm seien nicht absehbar. Mit dem BVV-Beschluss habe man ein Zeichen gegen die Senatspläne setzen wollen, so eine Politikerin. Der Beschluss wurde von der CDU, den Grünen, den Piraten und der Linken unterstützt. Dass sich die CDU dafür aussprach, wurde in der SPD mit Verwunderung registriert.

Die Initiative 100 Prozent Tempelhofer Feld, die Unterschriften für ein Volksbegehren gegen die Bebauung sammelt, kritisierte am Freitag, dass ihre Arbeit behindert werde. So habe sie unter anderem für die Unterschriftensammlung auf dem Tempelhofer Feld nur eine bis zum 30. November befristete Erlaubnis erhalten. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wies den Vorwurf zurück. In der Vergangenheit sei die Erlaubnis stets verlängert worden, sagte Behördensprecherin Daniela Augenstein. „Natürlich können sie weiter sammeln.“



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