Rennfahrer Nick Heidfeld ist nicht oft in Berlin. Doch wenn er hier einen Stop einlegt, mag er es, von einem Concierge umsorgt zu werden, weil er die Zeit in der Stadt mit seiner Familie und mit seinen Freunden so richtig genießen will. Heidfeld kann dafür jetzt exklusiv ein Luxusapartment am Potsdamer Platz nutzen, das ihm als Mitgesellschafter des weltweit aktiven Hideaways-Clubs zur Verfügung steht.
Leben in Luxuswohnungen von 200, 300 Quadratmetern Größe ist in Berlin immer noch selten, derartige Residenzen gibt es nur am Potsdamer Platz, die für Manager, Diplomaten und Künstler eingerichtet wurden. Seit fünf Jahren steigt in der Hauptstadt die Nachfrage nach Luxus. „Berlin ist noch in einer Aufbruchstimmung. Die Stadt wird nicht als durchkonstruiert, sondern als spannend und aufregend wahrgenommen“, sagt Annamaria Schwedt, Projektleiterin beim Wirtschaftsberatungsunternehmen Empirica.
Bei Schauspielern und Künstlern gelte es als schick und inzwischen als Statussymbol, nicht nur in New York und London eine Wohnung zu haben, sondern auch in Berlin. Wurden bisher pro Jahr nur ein paar Dutzend Luxuswohnungen verkauft, sind derzeit tausend Apartments in der Planung oder im Bau, die bis 2014 fertig werden.
Lux: Die Architektur wirkt futuristisch. Auch deshalb, weil die Panoramafenster fünf mal drei Meter groß sind und einen großzügigen Ausblick auf den Neustädtischen Kirchplatz in Mitte eröffnen werden. Exklusiver Service: Dreimal jährlich werden die Panoramafenster geputzt. Errichten will dieses Gebäude der spanische Investor Tripple A Immobilien GmbH. Baubeginn für das rund 45 Millionen Euro teure Projekt soll im kommenden Monat sein. Vorgesehen sind insgesamt 64 Luxusapartments, von denen schon jetzt 15 verkauft und 16 reserviert sind. Für eine der teureren Wohnungen (2,35 Millionen Euro) hat sich zum Beispiel ein Käufer aus Hessen entschieden. Die kleinsten Wohnungen im Lux sind 55 Quadratmeter groß. Die beiden Penthouses verfügen über je 312 Quadratmeter Fläche. Die Architekten haben die Fassade zudem mit vielen Durchbrüchen gestaltet. So ist es möglich, auch im ersten und dritten Geschoss Gärten und Terrassen anzulegen. Die Wohnungen kosten zwischen 4 500 und 10 500 Euro je Quadratmeter.
Foto: Tripple A ImmobilienEin Beispiel ist das Projekt Yoo Berlin neben dem Berliner Ensemble nahe dem Bahnhof Friedrichstraße. 87 Wohnungen, gestaltet von Star-Designer Philippe Starck, werden bis Mitte 2013 von Peach Property aus der Schweiz gebaut. Zwei Drittel der Wohnungen sind verkauft, darunter ein Penthouse für 12.500 Euro pro Quadratmeter – ein Spitzenpreis. Die teuerste Wohnung dort kostete gut vier Millionen Euro.
International gelten solche Preise als Schnäppchen. In London und Paris wird etwa das Doppelte gezahlt. „Ganz Europa investiert deshalb in Berlin“, sagt Michael Ries, Vorstand der Pantera AG. Die Kunden kämen aus Italien, Spanien, Griechenland, Frankreich und Dänemark. Kürzlich hat Pantera die letzte von 32 Wohnungen des Projektes Amisia Finest Living (bis 7250 Euro je Quadratmeter) an der Lietzenburger Straße, verkauft und startet nun ein Vorhaben neben dem KaDeWe. Laut Ries kaufen Kunden auch Wohnungen, um ihr Geld wegen der Euro-Krise in Sicherheit zu bringen.
Luxus bedeutet vor allem: Wohnen an einer Top-Adresse, also in Mitte. Wie Makler einschätzen, hat der Grunewald als noble Wohnlage an Prestige verloren. Und der Kurfürstendamm hat sein früheres Luxusimage noch nicht wieder erlangt. Wer genug Geld hat, sucht jetzt die Nähe zum Brandenburger Tor oder zum Gendarmenmarkt und legt Wert auf exklusive Ausstattung. Standard sind große Räume mit hochwertigen Materialien wie Echtholzparkett samt Fußbodenheizung, Markeneinbauküchen, große Badezimmer mit Naturstein und Armaturen von namhaften Herstellern sowie ein Rundum-Service durch einen Doorman, der auf Wunsch alles erledigt. Er sorgt für die Reinigung der Wohnung, empfängt Gäste, pflegt Blumen und besorgt auch mal Theaterkarten.
Und woher kommen die Käufer? Zu jeweils einem Drittel sind es Käufer aus Berlin, aus Deutschland sowie internationale Kundschaft (oft USA, China, Japan). Unter den Berlinern sind viele ältere Paare, die in der City die Nähe zu den Kulturstätten, zu Museen und Theatern suchen und dafür zum Teil ihre Häuser aufgeben. Luxuswohnen mit Qua-dratmeterpreisen von weit mehr als 5000 Euro – vor wenigen Jahren ein unvorstellbar hoher Preis – sei zu einem eigenen Marktsegment herangewachsen, so Annamaria Schwedt von Empirica. Allerdings werden in Mitte die Bauflächen knapp.
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