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Wohnen in Berlin: "Kein Grund zur Entwarnung"

Häuser als Kunstwerk: Die Wohnungsbaugenossenschaft Solidarität ließ in Lichtenberg einen Wohnblock bemalen.

Häuser als Kunstwerk: Die Wohnungsbaugenossenschaft Solidarität ließ in Lichtenberg einen Wohnblock bemalen.

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Wohnungsbaugenossenschaft Solidarität

Der Anstieg der Mieten beim Abschluss neuer Verträge hat sich in Berlin nach Angaben des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) „spürbar verlangsamt“. Deutlich angezogen haben indes die Preise von Eigentumswohnungen. Das geht aus dem Immobilienpreisservice des IVD Berlin-Brandenburg hervor, der am Mittwoch präsentiert wurde.

Die Studie basiert auf Mietvertragsabschlüssen und auf vereinbarten Kaufpreisen. Laut IVD-Chef Dirk Wohltorf flossen Informationen von mehr als 100 Maklern in die Auswertung ein. Diese seien anschließend mit der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte abgeglichen worden, in der die notariell vereinbarten Kaufverträge gesammelt werden.

Die Mieten zogen danach vom 1. Oktober 2012 bis 1. Oktober 2013 in sogenannten Standardwohnlagen, also in einfachen und mittleren Lagen, um rund 4,5 Prozent an. In Vorzugswohnlagen, in den guten und sehr guten Lagen, erhöhten sie sich um rund 3,7 Prozent. Im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor waren sie um acht Prozent gestiegen. In einer Standardlage wurden laut IVD am 1. Oktober 2013 im Schnitt Mieten von sieben Euro je Quadratmeter (kalt) verlangt, in Vorzugswohnlagen 8,50 Euro je Quadratmeter. Am teuersten sind Mietwohnungen laut IVD in Charlottenburg-Wilmersdorf, gefolgt vom Bezirk Mitte und von Steglitz-Zehlendorf. Am günstigsten sind Wohnungen in Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg, Neukölln und Spandau. Der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Reiner Wild, erklärte, er sehe „keinen Grund zur Entwarnung“. Der Mietanstieg habe sich schließlich „nur verlangsamt“. Von einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt könne keine Rede sein, deswegen sei auch in Zukunft mit einem weiteren Preisanstieg zu rechnen.

Sehr viel stärker als die Mieten stiegen laut IVD die Preise für Eigentumswohnungen. Sie verteuerten sich im vergangenen Jahr um elf Prozent. In beliebten Wohnlagen stieg der sogenannte Schwerpunktkaufpreis, das ist der am häufigsten verlangte Preis, von 1 850 auf 2 050 Euro je Quadratmeter. In Standardwohnlagen zogen die Preise von 1400 auf 1550 Euro je Quadratmeter an. Besonders begehrt sind laut IVD Wohnungen in Charlottenburg-Wilmersdorf, Schöneberg, Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Pankow. Für Eigentumswohnungen mit 90 Quadratmetern Wohnfläche sind derzeit in einer Standardwohnlage durchschnittlich 139 500 Euro zu zahlen, in einer Vorzugswohnlage 184 500 Euro. Seit 2008 seien die Preise für Eigentumswohnungen um rund 35 Prozent gestiegen, so der IVD.

600 neue Eigentumswohnungen

In der Nähe des Schlosses Charlottenburg ist eines der größten Neubauprojekte in der City geplant. Auf dem 43 400 Quadratmeter großen Areal der früheren Geburtsklinik an der Mollwitzstraße sollen bis 2018 unter dem Namen Joli Coeur 600 Eigentumswohnungen entstehen, teilte die Ziegert-Immobilienconsulting am Mittwoch mit. Im ersten Bauabschnitt sollen bis 2015 zunächst 196 Wohnungen errichtet werden. Neben der Sanierung des Klinikaltbaues ist ein Neubau geplant. Die Quadratmeter-Kaufpreise liegen im Altbau zwischen 2700 und 4500 Euro, im Neubau zwischen 2 970 und 4 230 Euro.