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Wohnheime für Flüchtlinge: Container aus China – schlüsselfertig

Viele Flüchtlinge leben schon in Containerdörfern – wie hier in Köpenick.

Viele Flüchtlinge leben schon in Containerdörfern – wie hier in Köpenick.

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REUTERS/Fabrizio Bensch

Wohncontainer für Flüchtlinge sind gefragt, aber rar. Der Senat will in diesem Jahr Container für die Unterbringung von 15.000 Menschen anschaffen. Die Schweizer Avaton AG will Containerdörfer auch in Berlin bauen. Zunächst errichtet die in Urdorf ansässige Firma ab diesem Donnerstag Mustercontainer in Gummersbach. „Wir haben uns beim größten chinesischen Hersteller von Containern ein festes Kontingent gesichert“, sagte Hans Georg Lindinger, Generalbevollmächtigter des Unternehmens, der Berliner Zeitung.

In Deutschland gebe es für Container lange Lieferfristen, so Lindinger. „Wir können 2000 bis 3000 Container pro Monat liefern, wenn der Bedarf vorhanden ist“, so Lindinger. Dafür sei ein Vorlauf von vier bis sechs Wochen nötig. Der chinesische Hersteller liefere Container in europäischer Qualität. „Es handelt sich um Standard-Container. Sie haben eine Größe von 14,78 Quadratmeter“, so Lindinger.

„Pro Container können je nach Belegung zwei bis vier Personen untergebracht werden. Die Wohncontainer erhalten eine spezielle Dämmung aus Glaswolle. Sie haben Fenster, Türen, Heizung, Licht und Rollos.“ In dieser „Standardausführung“ kosten die Container 8.500 bis 9.000 Euro. Kommen noch Betten, Stühle, Tisch und Schränke hinzu, erhöht sich der Preis um rund 1500 Euro. Sanitärcontainer kosten laut Lindinger zwischen 12.000 und 15.000 Euro.

Preise zogen an

In einen Duschcontainer passen acht bis zwölf Duschen. Außerdem gibt es Container mit Toiletten – für Männer und Frauen getrennt.

Zu den Containern gehören auch die Außenanlagen. „Wir planen Spielplätze für die Kinder, Grillplätze und Terrassen“, so Lindinger. „Kommunen wie Berlin möchten von uns am liebsten die Komplettlösung, schlüsselfertig“, also alles aufgebaut übernehmen. Daher suche die Avaton Grundstücke mit einer Größe von 4000 bis 5000 Quadratmetern, auf denen 300 Personen und mehr untergebracht werden sollen. „Ein Grundstück in Berlin haben wir aktuell schon in Aussicht“, so Lindinger. „Wir können die Container bis zu dreigeschossig errichten.“

Am liebsten biete seine Firma aber kleinere Wohnanlagen an, die mit einem deutschen Partner errichtet werden. Betreiben wolle man die Dörfer nicht. Die Preise von Avaton sind nach Lindingers Angaben so kalkuliert, dass sie unter den Preisen liegen, die deutsche Hersteller verlangen. „Unter 10.000 Euro gibt es in Deutschland derzeit kaum einen Container“, so Lindinger. „Die Preise sind 2015 um etwa 30 bis 40 Prozent gestiegen.“ Angebot und Nachfrage regelten den Preis.


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